Einsteinstraße: Niemand will Traditionslokal

Die Scheu vor dem Bräu

Na, Prost! Es ist ein schweres Erbe, das Wiggerl Hagn an der Einsteinstraße hinterlassen hat: Seit der Wiesn-Wirt den „Unionsbräu“ im November aufgegeben und den Biergarten Hirschau übernommen hat (Hallo berichtete), steht das Lokal leer. Der Grund: Die Brauerei Löwenbräu, die das stadteigene Gebäude von der Wohnungsgesellschaft GWG mietet, findet keinen neuen Pächter. Denn das Konzept des Bierkellers ist veraltet, für einen Pächter heutzutage wirtschaftlich nicht mehr attraktiv.

Riesige Räume wie der Bürgersaal im Keller, eine baulich ungünstige Freischankfläche, über die sich noch dazu die Nachbarn beschweren – „es wird dauern, den Unionsbräu in wirtschaftliche Topform zu bringen“, resümierte Werner Walter, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksausschusses (BA) Au-Haidhausen, in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Auch Hagn machte an der Einsteinstraße Verluste – die konnte er aber durch sein Wiesn-Geschäft ausgleichen. 

Während Löwenbräu also weiter nach einem Nachfolger sucht, übt sich die Stadt in Geduld. Der Mietvertrag zwischen GWG und Löwenbräu ist im November ausgelaufen. Bis ein neuer Pächter gefunden ist, gilt eine Nutzungsvereinbarung. „Uns ist bewusst, dass die derzeitige Konzeption nicht so einfach ist“, sagt GWG-Geschäftsführer Dietmar Bock. Technisch könne man alles ändern, und die Stadt München sei sehr flexibel. „Aber das geht erst, wenn Löwenbräu einen Pächter gefunden hat.“ Schließlich müsse man wissen, was sich der neue Wirt vorstellt, bevor man investieren könne. 

Löwenbräu selbst hält sich bedeckt. Auf Hallo-Anfrage teilt ein Sprecher mit, dass das Unternehmen parallel zur Suche nach einem neuen Pächter auch in Gesprächen und Verhandlungen mit der Stadt über die Rücknahme des Objektes sei. Und auch die Stadt will den Status quo nicht ewig akzeptieren: „Natürlich können wir das nicht endlos so laufen lassen“, sagt Bock. Eine Deadline will der GWG-Chef aber nicht setzen. „Wir glauben nach wie vor daran, dass es ein gutes Ende nehmen wird.“

Werner Walter vom BA geht indes davon aus, dass das Objekt das Viertelgremium die nächsten Jahre beschäftigen werde. Nach der Sommerpause will sich der Bezirksausschuss den Unionsbräu daher vor Ort genauer ansehen.

Isabel Steffens

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