Neue Adresse für den FC Bayern?

Überklebt: Wie aus der Säbener über Nacht die Grünwalder Straße wurde

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Handelt es sich bei der Aktion um einen Streich der Löwen-Ffans, deren Verein in letzterer beheimatet ist, während die Säbener Straße das Zuhause der Roten ist?

Harlaching – Unbekannte haben Schilder der Säbener mit dem Namenszug der Grünwalder Straße überklebt. Ein Streich der Löwenfans, deren Verein in letzterer beheimatet ist?

Ob es ein Statement eines Bayernfans zur derzeit umstrittenen Außendarstellung seines Vereins und dessen Präsidenten Uli Hoeneß ist, oder ob sich ein Löwen-Anhänger einen Streich erlaubt hat, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall wurden in der Säbener Straße, der Adresse des FC Bayern, in der Nacht auf Dienstag mehrere Straßenschilder überklebt. Dort prangt nun der Schriftzug „Grünwalder Straße“ – die Heimat des TSV 1860. Ob die Aktion witzig ist, da dürften die Meinungen der Fußballfans beider Clubs auseinander gehen. 

Viertelchef Clemens Baumgärtner (CSU) ist jedenfalls nicht zum Lachen zumute. Er selbst sei weder Bayern- noch Sechz’ger-Fan, sagt der Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Untergiesing-Harlaching. Unabhängig davon habe eine solche Aktion aber nichts mit Vereinskult zu tun. „Das ist nur ein Zeichen von Langeweile, von Sachbeschädigung und außerdem ist es ganz schlechter Stil“, schimpft der Viertelchef. Dabei sei es auch egal, ob das nun eine Aktion eines frustrierten Bayernfans oder ein Streich der Löwen ist. „Die Beklebungen müssen nun entfernt, vielleicht sogar die Straßenschilder ausgetauscht werden“, sagt Baumgärtner. „Das kostet nur unnötig Steuergelder.“ Die Klebereien von Fußballfans im Viertel würden immer größere Ausmaße annehmen. „Das führt dazu, dass der Fußball immer weniger akzeptiert wird“, sagt Baumgärtner. Außerdem ist der Streich auch rechtlich fragwürdig.

Andreas Daschner

Polizei ermittelt

Bei genauerem Hinsehen wurde es deutlich: Die Straßenschilder der Säbener Straße wurden mit dem Schriftzug „Grünwalder Straße“ überklebt.

Bei der Stadt München steht man dem Streich negativ gegenüber. „Das ist ein Akt von Vandalismus“, sagt eine Sprecherin des Baureferats. Die Überklebungen müssten nun beseitigt werden. Sollten die unbekannten Verursacher ermittelt werden, drohen ihnen sogar Konsequenzen. Das Polizeipräsidium erklärte, dass wegen des Verdachts auf Sachbeschädigung ermittelt werde – Anzeige nicht ausgeschlossen.

Andreas Daschner

Tatverdächtige am Wettersteinplatz gefasst

Im Rahmen der polizeilichen Ermittlungen konnte eine Gruppe von sechs Personen am Wettersteinplatz gestellt werden. Sie hatten eine Stehleiter bei sich – wie sie laut Zeugenaussagen eines Passanten beim Anbringen der falschen Namenszüge verwendet wurde. Bei der Durchsuchung der Tatverdächtigen konnten außerdem mehrere Aufkleber und diverse Fanaufkleber sichergestellt werden.
Zwar wurden die Tatverdächtigen vorerst wieder entlassen. Es wird jedoch derzeit wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung ermittelt.

Polizei München/reb

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