Tram zum S-Bahnhof Berg am Laim geplant

Ab Vogelweideplatz würde die Trasse nach Südosten in die Truderinger Straße einschwenken und auf deren Südseite, entlang des vorhandenen Bahndamms, bis zur Kreuzung mit der Hultschiner Straße verlaufen. Grafik: MVG

Nach der Emmeramstram sollen die Bogenhauser nun eine weitere Straßenbahnstrecke bekommen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) plant die Verlängerung der Tram Steinhausen bis zum S-Bahnhof Berg am Laim. Verwirklichen lässt sich das Projekt aber nur, wenn der Süddeutsche Verlag das für die Wendeschleife benötigte Grundstück verkauft.

Nur 1,3 Kilometer Gleise müsste die MVG neu verlegen, um das Münchner Trambahnnetz um drei Kilometer zu erweitern und den S-Bahnhof Berg am Laim anzubinden. Die neue Tram Steinhausen würde auf den ersten 1,4 Kilometern vom Max-Weber- zum Vogelweideplatz die bestehenden Gleise in der Einsteinstraße befahren, die bisher nur zum Ein- und Ausrücken der Züge genutzt werden. Zwischen Vogelweideplatz und S-Bahnhof Berg am Laim müssten 1,3 Kilometer Gleise neu verlegt werden, um eine funktionierende Tram-Verbindung zum künftigen Neubaugebiet Bogenhauser Tor und dem SZ-Hochhaus zu schaffen. Verbindung naheliegend Ausgangspunkt für den geplanten Ausbau sei im Wesentlichen die Frage gewesen, wie das städtebauliche Entwicklungsgebiet am Vogelweideplatz am besten erschlossen werden könne, so MVG-Geschäftsführer Herbert König. Der Stadtrat habe die MVG beauftragt, die Machbarkeit einer Trambahn-Verbindung zu prüfen, denn wegen der bereits bestehenden Gleisanlage bis zum Straßenbahn-Betriebshof erscheine dies naheliegend. Bereits im Jahre 2009 hatte die Bogenhauser Bürgerversammlung die Tramverbindung zum Berg am Laimer S-Bahnhof beschlossen und der Bezirksausschuss dies beantragt. Inzwischen hat die MVG eine erste Studie mit diversen Varianten für eine Tram-Erschließung des Vogelweideplatzes durchgeführt und bewertet. Wesentliches Ergebnis: Die Tram Steinhausen lässt sich realisieren, wenn die Züge mindestens bis Berg am Laim weiterfahren. „Eine solche Erweiterung des Liniennetzes wäre verkehrlich sinnvoll, würde von ausreichend vielen Menschen genutzt, eine sinnvolle Anpassung des Busnetzes ermöglichen und somit wirtschaftlich zu betreiben sein“, erklärte MVG-Chef König. Ein weiterer Vorteil der neuen Strecke: Auch der Bürokomplex der SZ an der Hultschiner Straße werde angebunden und die Verknüpfung zur S-Bahn hergestellt. Zwischen Vogelweideplatz und S-Bahnhof Berg am Laim könne das dortige Gewerbegebiet erschlossen werden. Die Gleise zwischen Max-Weber-Platz und Bogenhauser Tor liegen in der Straßenmitte, das soll so bleiben. Ab Vogelweideplatz würde die Trasse nach Südosten in die Truderinger Straße einschwenken und auf deren Südseite, entlang des vorhandenen Bahndamms, bis zur Kreuzung mit der Hultschiner Straße verlaufen. Gleisüberfahrten wären in diesem Fall nur bei der Einfahrt zum Wertstoffhof und zum Betriebshof erforderlich. Die gesamte Strecke als Rasengleis Weil die Tram durchgehend einen eigenen Gleiskörper befahren würde, könnte die gesamte Strecke als Rasengleis ausgeführt werden. Im Bereich des SZ-Hochhauses, östlich der Kreuzung Truderinger-/Hultischiner Straße, ist eine Wendeschleife geplant. Acht Minuten soll die Fahrzeit zwischen Max-Weber-Platz und S-Bahnhof Berg am Laim betragen, folgende Haltestellen sind vorgesehen: Max-Weber-Platz, Flurstraße, Grillparzerstraße, Einsteinstraße, Vogelweideplatz, S-Bahnhof Berg am Laim. Drei der fünf Haltestellen würden neu eingerichtet, zwei weitere, nämlich Grillparzer- und Einsteinstraße, erstmals regulär vom Linienbetrieb angefahren. Eine weitere, sechste Haltestelle im Gewerbegebiet Steinhausen könnte östlich der Riedenburger Straße optional hergestellt werden. Welche Tram die neue Strecke befahren soll, ist noch nicht klar. Nach der Sommerpause will die MVG die Planungen dem Stadtrat vorstellen. Bis dahin erwarte man auch die Antwort des Süddeutschen Verlags, ob dieser das benötigte Wendeschleifen-Grundstück verkaufe, erklärte Herbert König. Denn ohne das Areal wird es wohl nichts werden mit der Steinhausen-Tram. Gabriele Mühlthaler

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