Theater an der Waldorfschule

Die Klasse 12 a der Rudolf-Steiner-Schule Daglfing inszeniert „Heinrich oder die Schmerzen der Phantasie“ von Tankred Dorst und Ursula Ehler.

Das Drama ist ein modernes Erzähltheater mit vielen Bildern, die sich fast filmisch aneinanderreihen. Dorst erzählt an der Geschichte von Heinrich, wie das Denken des Umfelds den Menschen beeinflusst. Wie kann man das besser zeigen als mit dem Nationalsozialismus, in dem einem Teenager keine aufklärenden Lehrer oder Bücher helfen, kritisch zu denken oder andere Sichtweisen auf die Welt zu bekommen. Er – Heinrich – kennt nur den Nationalsozialismus und hat alle Vorurteile von damals: An einem langen Leben liegt ihm nichts, an seiner „Ehre“ aber alles. Wandlung Durch eine unterbewusste Auflehnung gegen einen Offizier wird Heinrich von einem Marinelehrgang der Hitlerjugend gefeuert, was eine große Schande für ihn ist. Er reist zu seinem Onkel nach Berlin, damit seine Freunde und Familie nicht merken, dass er aus dem Lehrgang geschmissen wurde. In Berlin ist alles, was Heinrich sieht, neu. Er sieht zum ersten Mal Spuren des Krieges, das zerstörte Berlin, er erlebt Partys und lernt eine Ausländerin kennen, alles bei seinem Onkel, der umgeben von Regimekritikern lebt. In Berlin erlernt Heinrich eine neue Perspektive auf seine Zeit und vor allem auf sich selbst – sein Horizont hat sich erweitert. Plötzlich vermisst er wieder seinen toten Vater und entscheidet sich gegen einen frühen Tod an der Front. Phantasien Das Stück ist durchzogen von Heinrichs Phantasien, die wie Retrospektiven als Bilder immer wieder auftauchen. Was er real erlebt phantasiert er surrealistisch nach oder weiter. In den Phantasien stellt er sich vor, dass er ein Kriegsheld oder ein Entdecker ist, er phantasiert sich in ein Gespräch mit seinem Lieblingsschauspieler oder in eine erotisch angehauchte Liebesszene. Hochaktuelles Thema Das Thema der inneren Befreiung ist noch heute hochaktuell. Das Finden der eigenen Meinung in einer Gesellschaft, die überschwemmt von Medienberichten ist. In einer Zeit, in der es Menschen wichtig ist individuell zu sein und sich abzugrenzen. All das zeigt dieses moderne Drama. Die Schülerinnen und Schüler haben das Stück in einem langen Prozess selbst ausgewählt, erstellten mit Hilfe des Werklehrers das Bühnenbild und mit Unterstützung des Handarbeitslehrers die Kostüme. Für die Inszenierung arbeiten sie mit dem deutsch-australischen Regisseur Paul Harnischfeger, der schon zahlreiche Stücke kurzweilig, amüsant oder nachdenklich auf die Bühne gebracht hat, zusammen. Die Vorstellungstermine sind am 2., 3. und 4. Dezember jeweils um 19 Uhr in der Turnhalle der Rudolf-Steiner-Schu­le Daglfing. Zu erreichen am besten mit der S 8 bis zur Haltestelle Englschalking, von dort fünf Minuten zu Fuß stadtauswärts. Oder mit dem Auto an die Max-Proebstl-Stra­ße. Karten können unter Telefon 93 93 01 16 vorbestellt werden. Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten.

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