Tauziehen um die Dorfensembles

Für die Experten der Münchner Stadtverwaltung und den Bogenhauser Bezirksausschuss ist klar, die geschützten Dorfensembles von Englschalking und Johanneskirchen müssen in der Denkmalliste bleiben. Das Landesdenkmalamt hingegen hält die Dorfkerne nicht mehr für schützenswert und möchte sie aus der Liste streichen (HALLO berichtete). Erneut hat nun eine Delegation des Landesdenkmalrats die beiden Ensembles begutachtet.

Wenn die alten Dorfkerne von Johanneskirchen und Englschalking aus der Denkmalliste gestrichen werden, könnten sie bald ihr Gesicht verlieren. Das ist für den städtischen Denkmalschützer Ludwig Semmler ebenso klar wie für die Bogenhauser Bezirksausschuss-Politiker. Bisher mussten Bauvorhaben in diesen Bereichen stets so abgewickelt werden, dass der Gesamteindruck der geschützten Ensembles nicht beeinträchtigt wurde. Fiele der Denkmalschutz weg, würden wohl bald Betonburgen oder andere Gebäude neben den alten Kirchen entstehen, dem Charakter der Dorfkerne wäre endgültig der Garaus gemacht. Ortstermin Das wollen städtische Denkmalschützer und Bezirksausschuss verhindern und fordern vehement, die Ensembles auch weiter unter Schutz zu stellen. Mehrfach hatten sich Mitglieder des Landesdenkmalrats bereits vor Ort ein Bild gemacht, kürzlich informierte sich der Regionalausschuss des Gremiums beim letzten anberaumten Lokaltermin. Anders als die Beamten des Landesdenkmalamts, die kompromisslos für die Streichung gesamter Ensembles oder für Teile derselben plädieren, warnen einige Mitglieder des Landesdenkmalrats vor den Folgen. Beliebige Neubauten neben harmonisch gewachsenen Quartieren würden die Dorfkern-Idyllen schnell zerstören. Das Landesdenkmalamt hingegen argumentiert, schon längst seien Gebäude dazugekommen, welche die Ensemblestrukturen nachhaltig störten. Zudem stammten manche Bauten nicht aus dem 19. Jahrhundert, sondern seien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gebaut oder modern überformt worden. Nun wollen sich die Mitglieder des Landesdenkmalrats vertieft mit der Angelegenheit befassen. Eine Entscheidung will das Gremium bis spätestens Anfang 2011 treffen. Gabriele Mühlthaler

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