Stadtrat für Bahntunnel Johanneskirchen

Nicht nur Bogenhauser Bürger und Bezirksausschuss bestehen auf einem Bahntunnel zwischen Zamdorf und Johanneskirchen, wenn diese Strecke viergleisig ausgebaut wird, auch der Stadtrat sieht dies als einzige, zukunftsfähige Lösung. Zwischen 490 und 550 Millionen Euro muss die Stadt dafür ausgeben, jetzt soll die Verwaltung mit Freistaat und Bund über eine Kostenbeteiligung verhandeln.

Für die Ertüchtigung der Flughafenanbindung kommt aus Sicht der Landeshauptstadt für den angestrebten viergleisigen Ausbau im Münchner Nordosten nur eine Tunnelführung der Bahnstrecke (S8) im Bereich Daglfing-Johanneskirchen in Betracht. „Nur dadurch kann eine nachhaltige, zukunftsfähige Lösung für die Lärm- und Querungsproblematik erreicht werden und können die Voraussetzungen für die künftige städtebauliche Entwicklung östlich der Bahnstrecke geschaffen werden“, heißt es im entsprechenden Beschluss, den der Planungsausschuss des Stadtrats jetzt getroffen hat. Stadt trägt Kosten Dabei sei davon auszugehen, dass die Mehrkosten für die Tunnelvariante in Höhe von 490 bis 550 Millionen Euro gegenüber der Amtslösung, welche auch ohne Tunnel den gesetzlichen Anforderungen entspreche, von der Landeshauptstadt München getragen würden. Auch zusätzliche Planungskosten, über deren Umfang noch verhandelt werden soll, will die Stadt übernehmen. Der Stadtrat beauftragte das Planungsreferat, zusammen mit der Stadtkämmerei und anderen, fachlich tangierten Referaten, im ersten Schritt umgehend mit dem Freistaat über eine Finanzierungsbeteiligung zu verhandeln. Im zweiten Schritt sollen Gespräche mit Bund, Bahn und Freistaat zum weiteren Vorgehen und zu den Inhalten einer Planungs- und Finanzierungsvereinbarung für den Tunnel geführt werden. Das Planungsreferat soll den Stadtrat informieren, sobald der Entwurf einer Planungs- und Finanzierungsvereinbarung vorliegt. FDP schert aus „Ein kompletter Tunnel für die S8 zwischen Daglfing und Johanneskirchen wäre sicher eine phantastische Lösung. Allerdings: Ist diese Lösung tatsächlich über 500 Millionen Euro wert?“ zweifelt die FDP-Stadtratsfraktion. Diese Frage müsse sich der Stadtrat in Hinblick auf weitere, wichtige Verkehrsinvestitionen stellen, ehe er sich endgültig auf die Tunnellösung festlege, so FDP-Fraktionsvorsitzender Michael Mattar. Er fordert, die Alternative mit offenliegendem Gleisbett, kreuzungsfreiem Straßenverkehr, perfektem Lärmschutz, städtebaulich interessanten Landschaftsbrücken und Brücken für Fußgänger und Radfahrer sorgfältig zu prüfen. „Bei zusätzlichen Kosten von 100 Millionen Euro statt 500 Millionen für den Tunnel kann München, was weitere Siedlungsmaßnahmen anbelangt, alles erreichen, was auch ein Tunnel ermöglicht“, so Mattar. Die zusätzlichen Kosten von entweder 100 (offenes Gleisbett) oder 500 Millionen Euro (Tunnel) blieben bei der Stadt hängen und alle, die sich nun für den Tunnel engagierten, müssten erklären, wie sie die U-Bahnverlängerung nach Pasing und Englschalking oder die dringend nötigen Tunnel- oder Troglösungen am Mittleren Ring (Giesing, Landshuter Allee, Englischer Garten) finanzieren wollten. „Wir brauchen dringend ein Gesamtkonzept für diese wichtigen Verkehrsinvestitionen, die zu einem Gutteil aus dem städtischen Haushalt finanziert werden müssen“, fordert Michael Mattar nun. Gabriele Mühlthaler

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