Spurensuche aus der Luft

Luftbildner Klaus Leidorf berichtet über seine Arbeit

Einen interessanten Blick auf den Münchner Nordosten aus der Vogelperspektive bietet am Donnerstag, 29. Januar, 20 Uhr, der Verein NordOstKultur mit einem Vortrag des Luftbildarchäologen Klaus Leidorf. Ohne zu graben lässt sich vieles Verborgene aus der Vergangenheit mit Bildern aus der Luft sichtbar machen. Klaus Leidorf hat sich auf diese Art der archäologischen Erkundung spezialisiert und in vielen Publikationen darüber berichtet. So entdeckte er den Verlauf einer alten Römerstraße: südlich der Aaröstraße in Johanneskirchen lief diese geradewegs auf Oberföhring zu. Ebenso fand er andere Altstraßen von Süden nach Norden und dokumentierte ihren Verlauf durch Luftbilder. Erkenntnisse Die Luftbildarchäologie liefert auf diese Weise wesentliche historische Erkenntnisse. Damit ist sie nicht nur eine der modernen archäologischen Erkundungsmethoden für wissenschaftliches Arbeiten: Auch unter Laien haben ihre teils außerordentlich eindrucksvollen Motive breites Interesse geweckt. Ohne kostspielige Grabungsarbeiten erkundet die Luftbildarchäologie nicht nur flächendeckend Bodendenkmale, sondern erkennt auch Veränderungen oder Gefährdungen bekannter Denkmäler und sorgt so gleichsam aus der Luft für Denkmalpflege. Luftbild erkennt alles Selbst unter der Erde verborgene Anlagen können mittels Luftbild anhand ihres Einflusses auf das Wachstum der Vegetation erkannt werden: So trocknet nach heftigen Regenfällen über Mauerresten der Boden schneller, dagegen über verfüllten Gräben langsamer als die sie umgebende Erde. Dies hat wiederum unmittelbare Wirkung auf den Geschwindigkeitsgrad des Wachstums und damit die Pflanzenhöhe. Erste Versuche, eine archäologische Stätte aus der Luft zu fotografieren, machte 1906 ein Engländer aus einem Heißluftballon. Heute entstehen die Kameraaufnahmen mit Teleobjektiv vom Kleinflugzeug aus. Mehrmals jährlich fliegt Klaus Leidorf von Landshut im Auftrag des Landesamtes für Denkmalpflege, sucht und dokumentiert Bodendenkmäler. Zugleich entstehen dabei auch eindrucksvolle Fotos von Landschaften, Siedlungen und anderen Bauwerken. Klaus Leidorf Klaus Leidorf, 1956 in Bonn geboren, begann seine Studien zunächst in den Fächern evangelische Theologie, Religionsgeschichte, Vor- und Frühgeschichte. Er arbeitete als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Bonn und Marburg und als Wissenschaftlicher Angestellter am Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege. Seit 1989 ist er freiberuflicher Luftbildarchäologe mit Schwerpunkt Bayern. Zu seinen zahlreichen Publikationen gehört der 2002 erschienene Band „München neu entdecken aus der Luft.“ In seinem Vortag am Donnerstag, 29. Januar, 20 Uhr, zeigt Klaus Leidorf im Pfarrsaal St. Thomas Oberföhring, Cosimastraße 204, seine Aufnahmen vom Münchner Nordosten aus der Vogelperspektive. Der Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten lädt zu dieser spannenden Veranstaltung ein. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und der Eintritt ist frei. Sabine Radloff

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