Die Au soll am Boden bleiben

So könnte die Au aussehen, wenn auf das Paulaner-Gelände ein zehnstöckiger Wohnklotz gesetzt wird – die Bürger machen dagegen mobil. Fotomontage: Bezirksausschuss 5

Paulaner zieht weg – was sich Bürger auf dem Gelände wünschen Au

Für Christian Ude ist es einer der „bedeutsamsten städtebaulichen Veränderungsprozesse“ in jüngerer Zeit, für viele Auer Bürger ein Grund zur Sorge um ein ganzes Viertel: Der Paulaner-Umzug von der Au nach Langwied. Es ist ein riesiges Areal, das da frei wird: Auf 90 000 Quadratmeter Fläche sollen 1450 Wohnungen für 3000 Menschen entstehen. Vorgesehen sind 90 Prozent Wohnraum – so bleibt nur ein kleiner Rest für alles andere: Schule und Kindertagesstätten, Geschäfte, Handwerker, Ärzte und Büros. „Das ist ein geringer Anteil für eine urbane Mischung“, sagt Adelheid Dietz-Will, Vorsitzende des Bezirksausschusses Au-Haidhausen. In einer Stadt, in der kaum etwas so dringend benötigt wird wie zusätzlicher Wohnraum, ist der Wunsch nach weniger Wohndichte wenig erfolgversprechend. „An der geplanten Wohndichte können wir nicht mehr viel ändern, deswegen ist es jetzt umso wichtiger, dass keine Bausünden begangen werden. Wenn schon Dichte, dann lebenswerte Dichte“, so Dietz-Will. Und lebenswert heißt im Fall der Au: möglichst viele Grünflächen, eine faire Preisgestaltung und vor allem keine Hochhäuser mit sieben Stockwerken und mehr. Umso wichtiger, dass die Auer Bürger ihre Anträge an den Stadtrat richten – was sie bereits in der letzten Bürgerversammlung getan haben. „Ich bin stolz auf die Auer Bürger. Wir bauen so einen enormen Druck auf, den die Entscheider nicht ignorieren können“, so Dietz-Will. ist Das fordern die Auer vom Stadtrat Helga Prettner (71): „Wenn die Bürger der Au schon so ein gewaltiges Maß an Neubauten aushalten müssen, sollte eine Begegnungsstätte für die alten und die neuen Bürger angemessen sein.“ Prettner fordert soziale Räume für Bürgertreffs. Frank Schreiner (63): „Die Höhenentwicklung soll an die Umgebung angepasst werden.“ Deshalb soll der Investor am Boden bleiben: Maximal sechs Stockwerke pro Neubau wären angemessen. Schreiner wünscht sich zudem 30 Prozent gefördertes Wohnen. Heinz-Peter Meyer (64): „Bisher ist der Öffentlichkeit kaum etwas über das Paulaner-Gelände bekannt. Aufgrund der geschichtlichen Entwicklung lassen sich dort einige Kulturdenkmäler vermuten.“ Meyer fordert daher, das Gelände auf mögliche Denkmäler zu untersuchen. Edeltraud Blattner: „Für Senioren soll bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden, damit sie auch in Zukunft in der gewohnten Nachbarschaft bleiben können.“ Wichtig ist Blattner eine wohnungsnahe Versorgung: Ärzte, Apotheken, Geschäfte sowie Sport- und Kultureinrichtungen. Philipp Eikerling (29): „Das Planungsreferat soll eine umfassende und effektive Bürgerbeteiligung zu den Themen Grünflächen, Kinderbetreuung, Schulen und Gewerbeflächen organisieren.“ Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung sollen anschließend im Eckdatenbeschluss zur Bebauung festgehalten werden.

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