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Den BA-Vorsitz möchte Clemens Baumgärtner noch bis zur Wahl 2020 behalten.

Harlaching – Münchens Bürgermeister und Referent für Arbeit und Wirtschaft sollen künftig aus Harlaching kommen

Das ist die Stadt-Perspektive des Viertel-Chefs

Es war die Überraschungspersonalie der CSU: Clemens Baumgärtner, Vorsitzender des Bezirksausschusses Untergiesing/Harlaching, ist Wunschkandidat als neuer Referent für Arbeit und Wirtschaft. Der bisherige Amts­inhaber Josef Schmid, der gleichzeitig das Bürgermeisteramt bekleidete, wechselte in den Landtag.

CSU-Fraktionssprecher Manuel Pretzl, der Josef Schmid als Bürgermeister nachfolgen wird (siehe S. 6), hält seinen Harlachinger Parteikollegen für die perfekte Wahl. „Clemens Baumgärtner führt seit sechs Jahren erfolgreich eine schwarz-grüne Koalition im Bezirksausschuss. Er ist Vorsitzender der kommunalpolitischen Vereinigung. Er hat die formale Kompetenz, ist Volljurist und Wirtschaftsanwalt“, erklärt er. „Und es ist ein Zeichen, jemanden mit intensiven Basiskontakt in ein Spitzenamt zu holen.“ Das sieht auch Baumgärtner selbst so, der seit seit 1996 im Bezirksausschuss ist, seit 2012 als dessen Vorsitzender. „Es gibt einem eine gewisse Erdung, wenn man weiß, wo die Probleme der Leute liegen.“ Deswegen und „weil es mir einfach Spaß macht“, möchte Baumgärtner seinen Vorsitz auch noch bis zum Ende der Wahlperiode 2020 ausüben, wie er auf Hallo-Nachfrage mitteilte. „Ich sehe auch keine Kollision zwischen meinem Bezirk und meinem Aufgabenbereich als Referent für Arbeit und Wirtschaft“, so der 42-Jährige, der in München geboren und – ebenso wie Manuel Pretzl – in Harlaching aufgewachsen ist. Sein Amt, für das er noch im Stadtrat gewählt werden muss, würde er zum 1. März 2019 antreten.

Doch bereits jetzt hat er sich Gedanken gemacht. Seine Schlagworte „Digitalisierung“, „Silicon Valley“ , die Integration von Flüchtlingen in den zweiten und dritten Arbeitsmarkt, und den Standort für Großkonzerne aber auch Kleinunternehmen attraktiv zu halten. „Weltweit trübt sich die konjunkturelle Lage. Wir müssen gewährleisten, dass der Standort München attraktiv für die Zukunft bleibt, Gewerbesteuer und Arbeitsplätze erhalten.“ Seine öffentlichkeitswirksame Funktion als Wiesn-Chef ist Baumgärtner weniger wichtig. „Die Wiesn ist charmant, ich bin ein Fan, aber sie ist nur ein Faktor in Münchens Wirtschaft.“

Maren Kowitz

Pretzl wird Münchens neuer Bürgermeister

Manuel Pretzl, bisher CSU-Stadtratsfraktionssprecher, soll künftig auch das Bürgermeisteramt übernehmen.

Wie die Zukunft der Münchner CSU aussieht? Wie Manuel Pretzl. Der 43-Jährige an der Spitze der Stadtratsfraktion wurde von seiner Partei einstimmig dazu bestimmt, das Amt des bisherigen Bürgermeisters, Josef Schmid, der in den Landtag wechselt, zu übernehmen. Fraktions-Vorsitzender wird Pretzl bleiben. Ein Interessenskonflikt zwischen der Abteilung Attacke und dem Repräsentationsamt der Verwaltung, in dem man politisch neutral sein muss? „Nein, ich kann da sehr gut differenzieren“, erklärt der Harlachinger, der vom Stadtrat am 27. November gewählt werden soll.

Damit entscheidet sich die CSU für einen starken Mann statt die Macht auf mehrere Schultern zu verteilen. „Es ist aber nicht zwingend, dass ich als OB-Kandidat in die Kommunalwahl 2020 gehe“, betont Pretzl, als Hallo ihn auf Kommunalreferentin Kristina Frank anspricht, die als aussichtsreiche Kandidatin gilt: „Die Grünen haben gezeigt, dass eine Doppelspitze sehr erfolgreich sein kann.“

Maren Kowitz

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