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Aufwertung eines Unorts? Giesinger „Hexenhäusl“ spaltet Anwohner

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Von: Kevin Wenger

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Das „Hexenhäusl“ liegt zwischen der Pilgersheimer Straße und dem Münchner Eisenbahn-Südring. Immer wieder finden dort kleine Konzerte statt.
Das „Hexenhäusl“ liegt zwischen der Pilgersheimer Straße und dem Münchner Eisenbahn-Südring. Immer wieder finden dort kleine Konzerte statt. © Katrin Hildebrand

Die Anwohner sind sich uneinig, welchen Einfluss das „Hexenhäusl“ denn nun ausübt. Während sich die anderen über Sicherheit freuen, beklagen andere den Lärm.

München / Untergiesing ‒ Aufwertung eines Unorts oder Lärmquelle? Das Kulturcafé „Gans Woanders“ an der Pilgersheimer Straße 13, besser bekannt als „Hexenhäusl“, hält den BA Untergiesing-Harlaching auf Trab. Gerade erst waren Anwohner zu Gast im Unterausschuss Kultur, um sich erneut über den bei Konzerten auftretenden Lärm zu beschweren. Kurz darauf besuchte eine Gruppe von Bürgern das gesamte BA-Gremium. „Wir wollen zeigen, dass das Gros der Anwohner das ,Hexenhäusl‘ mit seinem Kulturprogramm befürwortet“, erklärte Kulturcafé-Nachbarin Ruth Ludwig. Der BA strebt nun einen Ortstermin mit allen Beteiligten an. Mithilfe eines Schlichters soll ein Kompromiss gefunden werden.

Zoff um „Hexenhäusl“ in Giesing: Sicherheit gewährleistet

Die meisten seien froh über die positive Veränderung, welche die Eröffnung des „Hexenhäusls“ 2020 an dieser Stelle bewirkt habe, betonte Ludwig. „Ein unwirtlicher Ort und ein Angst-Eck“ sei der Platz unter der Eisenbahnbrücke bis dahin gewesen. Vor allem Frauen und Kinder seien froh über die Aufwertung. Man fühle sich nun sicherer auf dem Weg von und zur U-Bahn.

Während sich die Kritiker über den durch Konzerte verursachten Lärm beschweren, freuen sich die Befürworter über die kulturelle Belebung der Nachbarschaft. „Wir schätzen das abwechslungsreiche Programm, das für alle Altersklassen etwas zu bieten hat. Sei es von Konzerten bis hin zu Kinderbasteln, Kasperltheater oder Vorträgen.“ Anwohner Ralf Siebler, der bereits unter seinem Künstlernamen Jon Theifte im „Hexenhäusl“ aufgetreten ist, forderte die Kritiker auf, sich zu erinnern, wie der Platz aussah, bevor es eröffnete:

Zoff um Hexenhäusl: Ort bekommt weiter Unterstützung

„Ein Schandfleck in Untergiesing! Ein Ort, der Abfall und Ratten anzog!“ Siebler lobte die Bemühungen der Betreiber, mit der Nachbarschaft Kompromisse zu finden. Es sei bereits viel für Schalldämmung getan worden. Er selbst habe für seinen Auftritt im „Hexenhäusl“ unterschreiben müssen, keine eigenen Verstärker mitzubringen, damit die vorgeschriebene Lautstärke von 80 Dezibel nicht überschritten werde. Konzerte gebe es außerdem nur von Donnerstag bis Sonntag.

Die BA-Mitglieder sind sich fraktionsübergreifend darüber einig, den Kulturort weiter zu unterstützen. Ludwig Sporrer (Grüne), Unterausschuss Kultur, zeigte sich überzeugt, dass viele Punkte auf der Beschwerdeliste der Kritiker gelöst werden können. Damit es zu einem guten Kompromiss kommt, soll das Allparteiliche Konflikmanagement in München zum Ortstermin hinzugezogen werden. Wann er stattfindet, stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest.

Gabriele Uelses

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