Schul-Start: Ab in den Container...

...freuen sich über den Container-Anbau am Asam-Gymnasium. Fotos: Kowitz, Asam-Gymnasium, Schulreferat

Zu viele Kinder, zu wenig Platz – Stadt baut für 14 Millionen Euro 34 provisorische Klassenzimmer

München Münchens Schulen platzen aus allen Nähten: In diesem Jahr fehlen 34 Klassenzimmer. Die Stadt hat deshalb für 14 Millionen Euro an sieben Schulen im Stadtgebiet Container aufgestellt (siehe Kasten und Kommentar unten). An manchen Grundschulen soll das eine kurzfristige Lösung bleiben – doch an drei Gymnasien werden Schüler wohl mehrere Jahre in den Blechbauten lernen müssen. So wie am Giesinger Asam-Gymnasium, wo die Container kaum auffallen. „Uns war wichtig, dass der Pausenhof so erhalten bleibt, und wir dort nicht – wie andere Schulen – die Container als Insel aufstellen“, erklärt Schulleiter Peter Heinz Rothmann. „Vor allem wollten wir nicht diesen Container-Flair, das Wellenprofil an den Außenwänden“, ergänzt der Verwaltungsbeamte Michael Eiglsperger. Nun wurden an der Westseite 24 weiße Containerelemente an die drei Etagen des Schulhauses angegliedert. So entstanden sechs neue Klassenzimmer mit integriertem Beamer und Whiteboards. „Brandmeldeanlage, EDV-Netz, Heizung und Lautsprecheranlage sind bis in die neuen Räume erweitert worden – nur auf einen Wasseranschluss haben wir verzichtet“, sagt Eiglsperger. Der Ansturm auf die Gymnasien macht die provisorischen Unterkünfte in München dringend notwendig. „Es gibt einen Trend weg von den Hauptschulen“, sagt Schulreferatssprecherin Eva-Maria Volland. „Immer mehr Eltern wollen, dass ihre Kinder Abitur machen.“ Allein in diesem Jahr werden 500 Grundschüler mehr als 2009/2010 auf die städtischen Gymnasien wechseln – die staatlichen sind ohnehin schon voll. Und wegen der hohen Geburtenrate wird’s auch an Grundschulen immer enger. So ungemütlich sie von außen auch aussehen – die Container sind innen recht ansehnlich: Die Klassenräume am Asam-Gymnasium etwa haben Standardgröße, sind mit 2,55 Höhe nur 25 Zentimeter tiefer als die bestehenden. Rothmann freut sich über die multifunktionalen Klassenzimmer, die ganztägig genutzt werden. „Nur so ist ein vernünftiger Unterricht für alle Schüler möglich“, sagt der Schulleiter. Allerdings sei das auf fünf Jahre angelegte Provisorium nur ein Anfang: Die Schule brauche noch 15 Klassenzimmer. „In den letzten Jahren ist unsere Schülerzahl um 300 angewachsen, jetzt gerade kamen 150 Fünftklässler“, sagt Rothmann. Dass am Ende des Jahres wegen der G8-Umstellung zwei Jahrgänge die Schule verlassen, falle nicht ins Gewicht. „Das waren schmale Jahrgänge“, so der Direktor. Sein Gymnasium hatte 2008 die höchsten Einschreibezahlen in München. Grund: die demographische Entwicklung in Giesing und den umliegenden Stadtvierteln, der wachsende Zulauf auf Gymnasien und das Ganztages-Angebot der Schule. Maren Kowitz/Thomas Gautier Kasten-System: 950 Schüler lernen jetzt in Containern Zusammenrücken, bitte: Die Stadt muss wegen der außergewöhnlich hohen Schülerzahlen in diesem Schuljahr rund 950 Schüler in Container-Klassen unterbringen – und zwar an diesen Schulen: Gymnasium Fürstenried-West, Engadiner Straße 1: rund 180 Schüler in sechs Klassenräumen auf zwei Etagen Asam-Gymnasium, Schlierseestraße 20 (Giesing): rund 180 Schüler in sechs Klassenräumen auf drei Etagen Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium, Elektrastraße 61 (Bogenhausen): rund 120 Schüler in vier Klassenräumen auf zwei Etagen Staatliche Grundschule, Feldmochinger Straße 251 (Feldmoching): rund 60 Schüler in zwei Klassenräumen auf einer Etage Staatliche Grund- und Hauptschule, Bernaysstraße 35 (Am Hart): rund 180 Schüler in sechs Klassenräumen auf zwei Etagen – dazu kommen noch eine Küche und Mittagsbetreuung Staatliche Grund- und Hauptschule, Haldenbergerstraße 27 (Untermenzing): rund 120 Schüler in vier Klassenräumen auf zwei Etagen Sonderpädagogisches Förderzentrum Innsbrucker Ring: rund 100 Schüler in sechs neuen Klassenräumen

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