Schadstoffe in der Ostpreußenschule?

Infekte, Nasennebenhöhlenprobleme, Kopf-, Halsschmerzen, Augenbrennen und andere Beschwerden, die an Wochenenden und in den Ferien schnell abklingen, darüber klagt das Lehrerkollegium der Ostpreußenschule. Die Pädagogen vermuten, dass Schadstoffe in der Raumluft des Schulgebäudes vorhanden sind und haben die Elternsprecher gebeten, die Sache publik zu machen. Das Schulreferat allerdings wurde bisher nicht informiert, will aber sofort tätig werden, wenn die Schulleitung darum ersucht. 2006 wurde bereits nach Schadstoffen gefahndet, gefunden hat man nichts.

„Schon seit mehreren Jahren, jedoch in letzter Zeit sehr gehäuft, bemerken wir, dass viele Kollegen an unserer Schule immer wieder über Nasennebenhöhlenbeschwerden, Halsschmerzen, Infekte, Schwindel, Kopfschmerzen, Fließschnupfen und Augenbrennen sowie sehr starken Haarausfall klagen“, schreibt das Lehrerkollegium der Ostpreußenschule an die dortigen Elternsprecher. Auffällig sei, dass neue Kollegen innerhalb kürzester Zeit über die gleichen Symptome klagten, obwohl sie an der vorherigen Schule völlig beschwerdefrei gewesen seien. „Alle Betroffenen berichten gleichermaßen, dass die Beschwerden an Wochenenden und in der Ferienzeit schnell abklingen, nach zwei Tagen in der Schule jedoch sofort wieder auftreten“, erklärt das Lehrerkollegium. In einem Schultrakt rieche es stark modrig, in einer Schulwohnung sei starker Schimmelbefall festgestellt worden. Gesundheitsgefährdung? „Wir möchten uns mit dieser Situation nicht mehr länger zufriedengeben, da wir das als starke Gefährdung unserer Gesundheit als auch die der Kinder erachten“, schreibt das Kollegium weiter. Man sei nun dringend auf die Mithilfe der Eltern angewiesen. „Können Sie sich vorstellen, unseren Fall beispielsweise in Zeitungen oder anderen Medien publik zu machen?“ fragt das Kollegium. Selbst dürfe man nicht an die Öffentlichkeit treten. „Ich kenne nur das Schreiben der Lehrer, Belege oder Bestätigungen für dessen Inhalt habe ich nicht“, erklärte Elternbeirats-Vorsitzende Sabine Lloyd auf Anfrage der HALLO-Redaktion. „Ich möchte, dass die Lehrer ihre Beschwerden dokumentieren“. Dem Elternbeirat sei auch nicht bekannt, dass viele Kinder auffallend oft an genau denselben Symptomen litten, wie die Lehrer. Das hatte das Kollegium in seinem Schreiben mitgeteilt. Noch vor Weihnachten würden sich Elternbeirat und Schulleitung zusammensetzen und entscheiden, was geschehen solle. „Wir werden uns an die zuständigen Stellen wenden“, so Lloyd. Schulreferat: Nichts gefunden Beschwerden wegen vermuteter Schadstoffe in der Raumluft der Ostpreußenschule hat das Schulreferat laut dessen Sprecherin Eva-Maria Volland bereits im Februar 2007 aufgeklärt. „Es wurden einzelne Räume untersucht, die Raumluftmessungen ergaben keine Auffälligkeiten. Das wurde der Schule am 21. Februar 2007 mitgeteilt“. Einer weiteren Beschwerde sei man im Mai 2009 nachgegangen. Bei einem Ortstermin mit Vertretern des Schul-, Bau- und Gesundheitsreferats hätten sich keinerlei Geruchsauffälligkeiten gezeigt. Es sei aber ein rötlicher Staub – wahrscheinlich von altem Holz – gefunden worden. „Alles wurde gründlich gereinigt, nichts blieb zurück“, so Volland. Auch Modergeruch im Flur habe man beim Ortstermin ebenso wenig feststellen können, wie Schimmelgeruch oder Schimmelbildung. Erneut habe das Lehrerkollegium im Oktober 2010 in einem Brief die gleichen Beschwerden wie zuvor vorgebracht. „Die zuständige Abteilung sagte, sie könne das nicht nachvollziehen“, berichtet Eva-Maria Volland. Von der Schulleitung habe man seit Mai 2009 nichts gehört, somit gelte für das Schulreferat nach wie vor der damals erhobene Befund. Wenn nun die Schule erneut Handlungsbedarf sehe, müsse die Schulleitung dies mitteilen. „Wir schauen gerne noch mal hin. Falls Kinder Probleme haben, sollte der Schularzt eingeschaltet werden. Das werden wir der Schulleitung schreiben, wenn sie sich an uns wendet“, stellt Volland klar. Gabriele Mühlthaler

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