Russisch-orthodoxe Kirche abgelehnt

Um zehn Meter würde die Kathedrale der russisch-orthodoxen Kirche die derzeitige Bebauung an der Knappertsbuschstraße überragen. Plan: LHM/Foto: privat

Negativ hat das Planungsreferat die Voranfrage zum Neubau einer russisch-orthodoxen Kirche mit Gemeindezentrum und Kindertagesstätte an der Knappertsbuschstraße beschieden. Die vorgelegte Planung sei so nicht realisierbar, unter bestimmten Voraussetzungen könne jedoch die im Bebauungsplan festgesetzte Nutzung „Katholische Kirche“ in „Russisch-orthodoxe Kirche“ geändert werden.

Ein monumentales Kirchenbauwerk mit russischen Kuppeldächern will die „Thon-Stiftung“ am Sackgassenende der Knappertsbuschstraße hinsetzen (HALLO berichtete). Zehn Meter soll die russisch-orthodoxe Kathedrale die benachbarten neunstöckigen Wohnblocks überragen, für den 300-Quadratmeter-Saal will man aber nur 22 Pkw-Stellplätze vorhalten. Stadtweit, wahrscheinlich sogar überregional, würde die Bedeutung der Kirche sein, weit aus dem Umkreis wären nach Ansicht des Bogenhauser Bezirksausschusses Gläubige zu erwarten, die mit dem Auto zum Zentrum strömen. Das monumentale Bauwerk passe überhaupt nicht ins Umfeld und sei auch aus verkehrlicher Sicht problematisch, hatte der Bezirksausschuss im Juni 2010 deshalb dem Planungsreferat mitgeteilt. Standort ungeeignet „Für eine Kirche mit stadtweitem bis überregionalem Einzugsgebiet ist der Standort mit seiner, für diesen Bedarf ungenügenden Erschließung mit öffentlichem Nahverkehr, ungeeignet“, befand der BA damals. Der monumentale Baukörper widerspreche den Vorgaben des Bebauungsplans bezüglich Baumasse und Freifläche eklatant. „Der BA 13 beantragt deshalb die Vorlage des Bauvorhabens in der Stadtgestaltungskommission, zudem hält der BA 13 ein Wettbewerbsverfahren für nötig“, beschloss das Gremium Mitte 2010 einstimmig. In der jüngsten Sitzung des Bogenhauser Bezirksausschusses stand die „Russisch-orthodoxe Kirche“ erneut auf der Tagesordnung. Planungssprecher Frank Otto (SPD) erklärte, laut Vorbescheid sei das Vorhaben in der vorgelegten Form nicht möglich, unter bestimmten Bedingungen werde aber eine Befreiung von der im Bebauungsplan festgesetzten Nutzung „Katholische Kirche“ zu „Russisch-orthodoxe Kirche“ in Aussicht gestellt. BA winkt Sache zu schnell durch Zu schnell winkte nach Geschmack eines Bürgers der Bezirksausschuss die Sache durch. Aufschluss über die ihn quälenden Fragen hatte er nämlich erst mal nicht bekommen, zudem auch nicht bemerkt, dass die Sache satzungsmäßig schon abgehandelt war. „Es ging mir zu schnell, wie Sie über die ganzen Punkte der Planung hinweggegangen sind“, meldete sich der Mann zu Wort. Wettbewerb BA-Vorsitzende Angelika Pilz-Strasser (Grüne) erklärte, die Sache sei laut Satzung zwar schon vorbei, wenn das Gremium aber einverstanden sei, werde man trotzdem Fragen beantworten, was Frank Otto dann tat. Der Planungssprecher erklärte, vermutlich werde neu geplant, die Stadt wolle einen Wettbewerb ausloben. „Ich vermute, es gibt nicht gleich einen neuen Antrag, sondern erst den Wettbewerb. Das dauert!“, so Otto. Ob der interessierte Bogenhauser damit wirklich verstanden hat, worum es beispielsweise beim Wettbewerb geht, darf bezweifelt werden. Er fragte nämlich nach, ob das „stadtweit“ gelte und erklärte, den Bürgern sei die „Grundstimmung“ der Bezirksausschuss-Mitglieder wichtig. Angelika Pilz-Strasser betonte: „Sehr gut überlegen ist unsere Grundstimmung. Wir werden sicher genau hinschauen, das versprechen wir!“ Gabriele Mühlthaler

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