„Ricochet“ zum 4.

Als vierte Position der Ausstellungsreihe „Ricochet“ präsentiert das Museum Villa Stuck Arbeiten von Ahmet Ögüt. Foto: privat

Als vierte Position der Ausstellungsreihe „Ricochet“ präsentiert das Museum Villa Stuck bis 23. Januar Arbeiten von Ahmet Ögüt (geboren 1981 in Diyarbakir, Türkei, lebt in Amsterdam).

Mit Ironie, Humor und Übertreibung, oft jenseits der Grenze zum Absurden, konstruiert er eine eigene Version der Historie, in der kleinen und vielfältigen Geschichten Vorrang zukommt. In den Lücken der großen Erzählungen findet Ögüt das Potenzial, aus dem seine Kunst die Kraft zu ihrem eigentlichen Projekt schöpft – die Befreiung der Erinnerung aus den Fängen der komatösen Einseitigkeit eines kollektiven Gedächtnis. Seine vielseitige Bildsprache umfasst Zeichnung, Fotografie, Film und Installation. Ögüts Archäologie des Verdrängten unterliegt nicht den vereinheitlichenden Gesetzen wissenschaftlichen Forschens. Als Künstler ist Ögüt ein Sammler, ein Reisender, der findet und bewahrt. In Ögüts Spiel enthüllt sich die Fiktionalität des Realen. Videos Neben anderen Arbeiten, wie „The Pigeon-like Unease of my Inner Spirit“ und den Künstlerbüchern „Today in History“ und „On the Road to Other Lands“, werden die beiden Videos „Things We Count“ und „Guppy 13 vs Ocean Wave“ gezeigt. Zentrales Werk ist die Installation der Modellstadt „Exploded City“ (2009). Das Architekturmodell ähnelt einer Spielzeugstadt. Tatsächlich ist „Exploded City“ ein globales, dreidimensionales Archiv, das Gebäude wie Fahrzeuge versammelt, die weltweit in den letzten zwei Dekaden Ziel eines Terroranschlages wurden. Im ironischen Spiegel enthüllt Ögüt die Topografie des Terrors, zugleich die zerstörerische Gewalt von Utopien. Es ist die vermeintliche Leerstelle, der die Aufmerksamkeit des Künstlers gilt. Er schiebt sie vom Rand ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Getreu seinen Werken ist diese anzusiedeln zwischen Tragik und Komik und der festen Überzeugung, dass Kunst mit Erfahrung beginnt. Diese gibt er an die Besucher weiter. Rahmenprogramm Im Rahmenprogramm gibt es am Sonntag, 16. Januar, ein von Ahmet Ögüt kuratiertes und von Roderich Fabian und Verena Hein moderiertes Filmprogramm sowie einen englischsprachigen Workshop „Build the City of your Dreams“ für Kinder von 6 bis 12 Jahren. „Ahmet Ögüt. Wher­ever I go I see your shadow behind me“ ist vom 11. November bis 23. Januar, Dienstag bis Sonntag 11 bis 18 Uhr, im Museum Villa Stuck, Prinzregentenstraße 60, zu besichtigen. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2 Euro, und schließt den Besuch der historischen Räume des Hauses ein. Nähere Informationen und das ausführliche Rahmenprogramm sind unter www.villa­stuck.de ersichtlich.

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