Paulaner-Bebauung: Das wollen die Bürger

Wunschzettel für die Au

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Gehört ins Herz der Au: Die Paulaner-Brauerei neben der Mariahilfkirche. Wie das Areal nach dem Paulaner-Umzug aussehen soll, das beschäftigt viele Bürger.

Au 9,2 Hektar groß ist das Areal an Ohlmüllerstraße, Regerstraße und Welfenstraße, das Paulaner hinterlässt, wenn die Brauerei nach Langwied zieht. Nur noch die Verwaltung bleibt in einem Neubau hinter dem Zacherlbräu. Platz für rund 1400 Wohnungen, 16 000 Quadratmeter öffentliche Grünfläche, vier Tiefgaragen, Kindertagesstätten, einen 2000 Quadratmeter großen Supermarkt. Bei der Bürgerversammlung am Donnerstag, 13. September, um 19 Uhr im Hofbräukeller stellt die Stadt die neuen Pläne vor – die Ausgangslage für den Architekturwettbewerb, der im Oktober beginnt. Außerdem haben Bürger die Chance, Anträge zu stellen. Hallo München fragte Auer, was sie sich von der Paulaner-Nachnutzung für ihr Viertel wünschen.

Pfarrer Markus Gottswinter:
"Das größte Problem in der Au ist, dass  Paare wegziehen müssen, wenn das zweite Kind kommt. Sie finden einfach keine Vier-Zimmer-Wohnungen, selbst wenn sie sich diese leisten könnten. Dazu würde das Areal die Chance bieten. Schön wäre es auch, wenn das Paulaner-Gelände kein anonymes Wohnviertel wird, sondern zusammenwächst mit der Au. Hier kennen sich die Leute halt noch und kümmern sich. Dementsprechend wäre ein soziales Zentrum in den Neubauten sinnvoll. Außerdem vermissen gerade die Älteren Einkaufsmöglichkeiten vor Ort. Viele Geschäfte sind abgewandert. Das wäre eine gute Chance, wieder ein paar kleinere Läden und einen Supermarkt zu bringen."

Adolf Plechinger, Vorsitzender der Freunde Vorstadt Au:
"Paulaner hat zu viel Gutes für die Au getan, als dass man jetzt Negatives über den Wegzug sagen könnte. Aber ich würde mir wünschen, dass die denkmalgeschützte Zacherlbräu-Fassade gelungen integriert werden könnte. Dahinter ein klotziges Hochhaus zu stellen, wäre ein Schmarrn. Und die Carl von Linde-Eismaschine von 1891 sollte als Industriedenkmal öffentlich gemacht werden, eventuell hinter einer Glasfassade. Die einzige erhaltene, noch funktionsfähige Maschine verdichtet Ammoniak, so dass aus Wasser Eis wird. Viele alte Auer erinnern sich, wie sie noch nach dem Krieg Stangeneis dort geholt haben."

Wolfgang Jahnke, Mitglied des Bezirksausschusses:
"In der Au sind Parkplätze Mangelware. Damit auch die jetzigen Anwohner von der Nachnutzung des Paulaner-Geländes profitieren, würde ich mir Anwohnerplätze in den Tiefgaragen dort wünschen. Der Nockherberg bietet in seinem Inneren noch genügend Raum. Außerdem setzt sich der BA für sozial verträglichen Wohnungsbau und gegen eine bauliche Überhöhung ein."

Inga Wermuth:
"Mein Kind besucht die Schule an der Hochstraße. Zwar soll die Tagesheimschule in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben, aber die Stadt will auf der dazugehörigen Grünfläche eine weitere Grundschule für den zusätzlichen Bedarf bauen. Dabei sind die Tagesheimschüler von 7 bis 18 Uhr dort, die brauchen diese Freifläche als Lebensraum. Und es ist auch schade für die Anwohner. An der Hochstraße ist die Bebauung sehr dicht, die haben sich immer über das Grün gefreut. Es ist nicht nachvollziehbar, dass auf dem Riesenareal kein Platz für eine Schule sein soll. Aber wenn die Fläche schon geopfert wird, dann sollte man das neue Gebäude in die Tagesheimschule integrieren."

Karlheinz Jacobs:
"Meine Ideallösung wäre eine unveränderte Struktur. Vielleicht könnte zum Beispiel Augustiner die Brauerei als zweite Produktionsstätte kaufen – die haben doch sowieso oft Kapazitätsengpässe. Dann könnte man immer noch das Areal an der Welfenstraße, wo jetzt Verwaltung und Logistik sitzen, bebauen. Das wäre ein guter Kompromiss und die soziale Strukturänderung wäre nicht so gravierend. Die Mietpreise in der Au werden eh schon teurer, viele alte Leute können es sich hier nicht mehr leisten."

Maren Kowitz

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