Mit dem Ordinari-Floß nach Wien

Ein Ordinarifloß auf der Isar bei Freising: Ab Mitte des 17. Jahrhunderts fuhr zweimal wöchentlich die „Ordinari-Linie“ nach Wien. Foto: privat

Der diesjährige Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 12. September, steht unter dem Motto „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“. Beteiligt ist auch der Verein für Stadtteilkultur im Münchner Nordosten.

„Canal auf die Zieglhüttn oder mit dem Ordinari-Floß nach Wien“ lautet der Titel der Führung von Dr. Willibald Karl, zu der der Verein NordOstKultur zum Tag des offenen Denkmals einlädt. Im Mittelpunkt steht dabei der Fracht- und Personenverkehr auf der Isar bei Bogenhausen in Mittelalter und Neuzeit. Alter Handelsweg Die Isar wurde schon in früher Zeit als Handelsweg genutzt. Über die von den Römern ab 195 n. Chr. zur Via Raetia ausgebauten Straße gelangten Waren aus Italien über die Alpen. Mit Flößen kamen sie auf der Isar zu ihren Abnehmern. Trotz der ständig wechselnden Fahrrinnen stellte die Isar bis Mitte des 19. Jahrhunderts eine bedeutende Verbindung von den Alpen zur Donau dar. Beim Ausbau Münchens spielte die Flößerei eine wichtige Rolle. Im 15. Jahrhundert brachten etwa 3000 Flöße pro Jahr Waren, vor allem Bauholz, nach München. Ab Mitte des 17. Jahrhunderts fuhr zweimal wöchentlich die „Ordinari-Linie“ nach Wien. Die Fahrgäste waren etwa 100 Stunden unterwegs. 1864 landeten noch 11.145 Flöße in München. Bogenhauser Stadel Um Ziegel für den Ausbau des Schlosses Nymphenburg und für den Neubau des Schleißheimer Schlosses herzustellen ließ der Kurfürst 1715/16 in Bogenhausen (Nähe Effnerplatz) einen Ziegelstadel bauen. Er war durch einen bis zum Steilufer reichenden Stichkanal mit der Isar verbunden. So konnte das Baumaterial über Isar und Eisbach bis zum heute noch erhaltenen, 1689 gegrabenen Schleißheimer Kanals auf Plätten zum Schloss Schleißheim und über den 1702 gebauten Nymphenburg-Biederstein-Kanal zum Nymphenburger Schloss gebracht werden. Treffpunkt für die Führung ist am 12. September um 14 Uhr an der Oberföhringer Straße/ Wahnfriedallee (ehemaliges Pflasterzollhaus, Bushaltestelle 188 „Wahnfriedallee“).

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