Die Summe: 780 000 Euro

Jetzt soll das Häusl verkauft werden

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Schräg gegenüber vom illegal abgerissenen Uhrmacherhäusl steht das gelb getünchte Herbergshaus aus dem Jahre 1845. Für den Kauf konnten sich Handwerker aus Giesing bewerben.

Obergiesing – Seit rund anderthalb Jahren herrscht gähnende Lehre im gelben Herbergshäusl. Um das zu ändern, sondiert die Stadt jetzt Bewerber: Sie will das Haus an einen Handwerker aus Giesing veräußern

Seit Sommer 2017 steht das marode gelbe Herbergshäusl in der Oberen Grasstraße 6 leer. Nun wählt die Münchner Gesellschaft für Stadt­erneuerung (MGS) gerade einen Käufer aus – bis Mitte März konnten sich Handwerker aus Giesing bewerben.

Wie viele Bewerbungen eingegangen sind, dazu wollten sich weder Planungsreferat noch MGS äußern. Ob es tatsächlich viele Interessenten gibt, das wagt Carmen Dullinger-Oßwald, Vorsitzende des Bezirksausschusses (BA) Obergiesing-Fasangarten, zu bezweifeln. „Ich finde den Preis wirklich sehr teuer, schließlich muss die gleiche Summe noch mal in die Sanierung reingesteckt werden – dann liegen wir bei 1,5 Millionen Euro“, rechnet sie vor.

Ausgeschrieben war das dreigeschossige Haus mit jeweils 60 Quadratmetern Wohnfläche auf einem 100 Quadratmeter großen Grund für 780 000 Euro – und zwar nach den Stadtratsbeschlüssen von 2002 und 2003 „Giesinger Herbergen in die Hand Giesinger Handwerker“. Sprich: Gesucht war ein Handwerker, der seit mindestens einem Jahr in Giesing lebt. Nur, wenn sich ein solcher Käufer nicht finden ließe, will die MGS an einen Handwerker aus dem restlichen München verkaufen. Sobald das Anwesen veräußert ist, muss der Käufer das denkmalgeschütze Haus binnen vier Jahren sanieren. Zudem ist er verpflichtet, im Erdgeschoss einen Handwerksbetrieb einzurichten.

Dabei hatte der BA eigentlich ganz andere Pläne mit dem Herbergshäusl: „Wir hätten gerne gehabt, dass die GWG das Haus übernimmt, saniert, die oberen Geschosse vermietet und eben­erdig Räume für die Bürger entstehen“, sagt Dullinger-Oßwald. „Vor allem, da die Soziale Stadt Giesing 2020 ausläuft, wäre das ein schöner Ort für Bürger gewesen.“ Mehrfach hat die BA-Chefin (Grüne) sich bereits an die Stadt gewandt, um zu erfahren wie sich der Preis von 780 000 Euro zusammensetzt – bislang ohne Antwort.

Hanni Kinadeter

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