Von der Normalität des Todes

Im Rahmen des Bücherbasars der Immanuelkirche findet am Samstag, 27. November, um 18 Uhr eine Autorenlesung mit Henriette Kaiser statt. Sie liest aus ihrem Buch „Schlussakkord – Die letzten Monate mit Katja.“

Eigentlich sollte es ein Film über den Sterbeweg der krebskranken Freundin werden. Filmemacherin und Autorin Henriette Kaiser aber blieb bis zum Tod von Katja hierzu zu wenig Zeit und so verfasste sie einen Rundfunk-Essay, der vom Glauben, von Tod und Sterben sprach. „Das Sterben ist nichts anderes als die Fortführung des Lebens: „Diese Erkenntnis der Freundin wurde später der Schlüsselsatz für die Autorin, auf den hin sie ihr Buch „Schlussakkord – Die letzten Monate mit Katja“ anlegte. In einer Mischung aus Reflexionen und Korrespondenzen beschreibt sie die ergreifende Geschichte einer Freundschaft über den Tod hinaus. Persönlich und ehrlich, analysierend und unpathetisch ist der Ton, in dem Henriette Kaiser fast dokumentarisch den Weg der Freundin bis zum Tod schreibend begleitet. Der Tod gehört zur Normalität des Lebens, ist kein Fehler im System, vielmehr vollzieht sich im Ende, wie beim musikalischen Schlussakkord, eine Vervollkommnung. „Keinesfalls ist der Schlussakkord ein losgelöster Klang oder Ton“, schreibt die Tochter des bekannten Musikkritikers Joachim Kaiser. „Er steht nicht außerhalb des Werkes, egal wie lange vor ihm eine Fermate, Triller oder Dissonanzen eingefügt werden. Er gehört dazu. Ist Ende und Vervollkommnung.“ Geboren wurde Henriette 1961 in München, wo sie ihre Ausbildung in klassischem Gesang und Operndarstellung absolvierte. Anschließend studierte sie in Berlin Germanistik, Musikwissenschaft und Philosophie. In München rundete sie schließlich ihre Ausbildung an der Filmhochschule ab. Ihr Buch „Schlussakkord – Die letzten Monate mit Katja“– erschien 2006 und brachten ihr den Ehrenpreis für Künstler und Journalisten von der BAG Hospiz ein. Henriette Kaiser ist mit ihrer Buchlesung zu hören am Samstag, 27. November, 18 Uhr, im Gemeindesaal der Immanuelkirche Denninig, Allensteiner Straße 7. Der Eintritt ist frei. Sabine Radloff

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