Neue Leichtathletik-Hochburg

Norman Feiler gibt sich hoffnungsfroh in diesen Tagen. Gut ein Jahr nach dem Zusammenschluss von acht Münchner Vereinen zur angestrebten neuen Leichtathletik-Großmacht „LG Stadtwerke München“ zeichnen sich erste Erfolge ab.

Feiler ist Vorstand der neuen, hoffnungsvollen Leichtathletik-Kommune und will die olympische Kernsportart auch im vom Fußball dominierten München mehr in den Fokus rücken. Dem starken neuen Verbund mit dem großen Partner Stadtwerke München als potentem Partner im Hintergrund gehören neben dem TSV München-Ost, dem Universitäts-Sportclub München, dem Postsportverein München, dem TSV Forstenried, dem 1. SC Gröbenzell, dem TSV Milbertshofen und dem Werfer Club 95 München auch die Leichtathleten der Turnerschaft Jahn aus dem Münchner Nordosten an. Beim traditionsreichen Renommierclub aus Bogenhausen und einem der größten Münchner Sportvereine ist man stolz, zu diesem starken Verbund zu gehören. Einen Schub für die Leichtathletik in der Landeshauptstadt könnte der Zusammenschluss in jedem Fall bieten. Erste Erfolge zeichnen sich bereits ab – Feilers Hoffnungen scheinen nicht unbegründet. Starke Partner Jetzt hatte die noch junge LG zur Pressekonferenz geladen und dabei gleich aufgezeigt, welche personelle Potenz im neuen Zusammenschluss steckt. Im vergangenen Jahr waren die Macher des neuen Vereinskonstrukts höchst aktiv und konnten inzwischen einen Pool renommierter Athleten in Sachen Lauf, Wurf und Sprung an die Isar verpflichten. Neben dem mehrfachen deutschen Sprintmeister Tobias Unger und dem bereits länger in München weilenden Stabhochsprung-Ass und Sechsmeterspringer Tim Lobinger fand auch der hoffnungsvolle Sprinter Marius Broening den Weg zur LG. Stabhochsprung Besonders in Sachen Stabhochsprung allerdings scheint sich der neue, potenzielle Münchner Leichtathletikvereinsgigant zur Hochburg entwickeln zu wollen: Neben Lobinger fällt dabei besonders Malte Mohr ins Auge. Der Vizehallenweltmeister besticht derzeit besonders durch sein Können und hat am Wochenende in der chinesischen Küstenmetropole Shanghai auch den dortigen „Diamond- League“-Wettkampf gegen stärkste internationale Konkurrenz gewonnen – und dabei mit 5,70 Meter gleich auch noch die Europameisterschaftsnorm für die anstehenden Kontinentaltitelkämfe in Barcelona (28. Juli bis 1. August) übertroffen. Mohr bewegt sich in München in starkem Umfeld. Denn mit Fabian Schulze und Jeff Ryan gehen für die LG Stadtwerke weitere Top-Athleten am Stab an den Start. „Die Europameisterschaft ist jetzt auch für die Münchner Leichtathletik einer der wichtigsten Termine“, so Feiler angesichts des neuen, hochqualitativen Athleten-Angebots hoffnungsfroh. Gute Basis Die tolle Basis für möglichst internationale Münchner Leichtathletikerfolge sollen die beteiligten Vereine legen – so der Plan. Denn in den Talent-, Junioren- und Leistungskadern hoffnungsvollen Nachwuchses, so hofft Feiler, soll so mancher Sportler aus den Basisschmieden wie etwa der TS Jahn aufscheinen und sein Talent aufzeigen. Die Talente trainieren dabei in den über München verteilten Clubs ebenso wie zentral bei der LG in den Anlagen rund um die Werner-von-Linde-Halle – positiver Fingerzeig auch: Das früher eher unbeachtet vor sich hindümpelnde Pfingstmeeting der Leichtathleten im Münchner Dantestadion erfuhr durch weit höhere Teilnehmerzahlen und tolle Ergebnisse auch von Münchner Sportlern in diesem Jahr eine klare Aufwertung (detaillierte, aktuelle Ergebnisse von der Veranstaltung am Pfingstsamstag finden Interessierte unter www.lg-muenchen.de). „Alleine hätten wir das alles nicht geschafft“, räumt auch Wolfgang Stengel als langjähriger Macher beim Postsportverein als einem der Teilnehmer am Zusammenschluss als dessen Sprecher ein. Auch bei den Einzelvereinen erhofft man sich viel von der neuen LG. Sie soll keine leichtathletische Eintagsfliege werden. Mit dem starken Partner Stadtwerke und dessen kräftigen Finanzspritzen könnte das Unterfangen gelingen. So konnte im Vorfeld des Pfingstmeetings im engen Kontext zwischen Stadtwerken und Stadt auch die veraltete Stabhochsprunganlage im Dantestadion endlich modernisiert und den Ansprüchen von Spitzenathleten gerecht ausgestaltet werden. „Das ist schon ein Fortschritt“, so Stengel. Weitere Schritte werden allerdings noch folgen müssen, die olympische Kernsportart Leichtathletik an der Isar endlich dauerhaft aus ihrem Mauerblümchendasein zu befreien. Vereine wie die TS Jahn können da wichtige Basisarbeit leisten – die aber auch langfristig von den potenten Partnern unterstützt werden muss. Harald Hettich

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