Radlverbot auf Wiener Platz?

Nach Bürgerprotest: BA fordert reine Fußgängerzone am Wiener Platz

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Standlbetreiberin Johanna Niedermeier würde sich über ein Radlverbot entlang des Wiener Markts freuen.

Haidhausen: Rücksichtslose Radler bringen immer mehr Haidhauser Bürger und Standlbetreiber in Rage. Jetzt fordert der Bezirksausschuss ein Verbot.

Wird der Wiener Platz bald reine Fußgängerzone? In seiner jüngsten Sitzung hat der Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen einen Antrag verabschiedet, der fordert das Radlfahren dort künftig zu verbieten.

„Man muss nicht warten, bis ein gefährlicher Unfall passiert“, findet Nikolaus Haeusgen, Mitglied im BA 5 (CSU), der den Antrag gestellt hat. „Außerdem leidet die Lebensqualität des Platzes erheblich unter den Rasern.“ Mehrere Bürger hatten ihn darauf angesprochen, dass die Radfahrer hier regelrecht durchbrausen. Das hat auch Standlbetreiberin Johanna Niedermeier beobachtet: „Manche Radlfahrer sind wirklich rücksichtslos“, sagt sie und ermahnt: „Wir sind hier keine Rennstrecke.“ Gerade im Sommer, wenn der Platz voller Menschen ist, sei das ein gewaltiges Problem. „Jedes Mal, wenn ich aus meinem Imbiss gehe, muss ich aufpassen, dass ich nicht über den Haufen gefahren werde“, ärgert sie sich. Die Entscheidung liegt aber nicht beim BA, sondern bei der Stadt. „Das muss die Verwaltung nun prüfen“, sagt Haeusgen. 

Die Markthallen selbst kennen die Problematik, können aber nichts unternehmen. „Unser Satzungsgebiet endet nah an den Gebäuden und auf dem Marktgebiet ist Radfahren sowieso verboten“, sagt Anne Rauschenbach vom Kommunalreferat. Die betroffene „Radl-Rennstrecke“ zwischen Markt und Hofbräukeller sei öffentlicher Verkehrsraum. Eine Entscheidung, ob ein Radlverbot – ähnlich wie 2016 am Marienplatz geschehen – eingeführt wird, obliegt dem Planungsreferat. Dort sieht man die Forderung kritisch. „Diese Strecke ist auf dem Verkehrsentwicklungsplan Radverkehr als wichtige Nebenradroute vermerkt“, erklärt Sprecher Ingo Trömer. „Deswegen wäre es schwierig, sie abzuschaffen.“ Außerdem sollte ein Verbot gar nicht erforderlich sein. „Es handelt sich um eine Fußgängerzone, deswegen sollten die Radfahrer sowieso Schritttempo fahren.“ Deswegen schlägt das Planungsreferat vor, lieber über eine strengere Überwachung nachzudenken.
hki/mak

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