Engelhardstraße

Zoff um Mietshaus

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Nachbarn beschweren sich über Lärm und Müll an der Engelhardstraße.

Auf Bürgerversammlung kritisieren Anwohner Überbelegung – Vermieter dementiert die Vorwürfe

München – Das Glas der Haustür ist eingeschlagen, am Klingelschild hängen Kabel aus der Wand. In dem fünfstöckigen Haus an der Engelhardstraße bringt die Fleischerfirma Attenberger Mitarbeiter unter. 

Die Scheibe der Tür ist zerbrochen.

Laut Nachbarn ist das Haus vollkommen überbelegt. Die Begleiterscheinungen wie Lärm und Müll monierten sie nun auf der Sendlinger Bürgerversammlung. Bereits vor vier Jahren beschwerte sich Anwohnerin Christine Wittmann bei der Bürgerversammlung – vor allem über den Sperrmüll im Hinterhof. 

In Folge dessen hat sich damals die Stadtverwaltung eingeschalten. Sie hat laut Ingo Trömer, Sprecher des Planungsreferates, entdeckt, dass Menschen die Tiefgarage bewohnten und die Nutzung dafür untersagt. 

Auf Nachfrage bei der Firma Attenberger korrigiert ein Sprecher: „Es wurden zwei Kellerräume bewohnt.“ An den Zuständen an der Engelhardstraße habe sich laut Anwohnern nicht viel geändert, weshalb Wittmann jetzt erneut um Hilfe gebeten hat – unter anderem wegen lauter Partys. „Das Haus ist überbelegt. Dort wohnen 200 Menschen“, sagte die Nachbarin auf der Bürgerversammlung. 

Ein anderer Anwohner geht weiter: „Dort verdienen sie immer noch an den Ärmsten der Armen.“ Der Sprecher der Firma Attenberger dementiert die Vorwürfe. Es wohnten nicht einmal 100 Personen – teils Mitarbeiter, teils andere Mieter – in der Immobilie. 

Offiziell gemeldet sind aktuell 106 Personen. Das teilte das KVR auf Nachfrage mit. Ein Mieter des Hauses geht von noch höheren Zahlen aus. Er arbeitet für Attenberger und möchte deshalb anonym bleiben. 

Der Bewohner schätzt, dass dort 150 bis 200 Menschen leben. Miete zahle er – wie alle anderen – monatlich 350 Euro. Die Summe werde pro Person fällig. Da sich seiner Aussage nach meist zwei, manchmal sogar drei Menschen ein Zimmer teilen, kommen im Extremfall bis zu 1000 Euro im Monat zusammen – je Zimmer. 

Die Firma Attenberger wollte sich zur Höhe der Miete nicht öffentlich äußern. Beim Mieterverein fällt das Urteil eindeutig aus: „Wenn die Zahlen so stimmen, dann sind es dort etwa 50 Euro pro Quadratmeter. Das ist Wucher“, teilt Angela Lutz-Plank, stellvertretende Geschäftsführerin, mit. 

„Zum Vergleich: Ein Appartement in einem Neubau liegt aktuell etwa bei 20 Euro pro Quadratmeter.“ Zudem könne man „definitiv von einer Überbelegung ausgehen“. Von dieser spreche man, wenn pro Person weniger als zehn bis zwölf Quadratmeter verfügbar seien. Wegen der aktuellen Vorwürfe habe die Lokalbaukommission laut Trömer ein Verwaltungsverfahren eingeleitet. 

Sophia Oberhuber

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