Treffen am Tatort

Zwei Jahre nach dem Abriss: Protest in Gedenken ans Uhrmacherhäusl

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So sah das Häusl aus. Nun findet ein Gedenken am Uhrmacherhäusl statt.

Ein herber Verlust, der die Münchner auch zwei Jahre später noch schmerzt: Der illegale Abriss des Uhrmacherhäusls. Am Sonntag wird dem Ereignis mit einem Protest gedacht.

Mehr als 150 Jahre lang stand das Uhrmacherhäusl in der Oberen Grasstraße – bis es ein Bagger in neun Minuten plattmachte. Der illegale Abriss ist am Sonntag, 1, September, genau zwei Jahre her. Seitdem klafft dort eine Lücke zwischen den Häusern, die zum Schauplatz zahlreicher Mahnwachen und Proteste geworden ist, die der Verein Heimat Giesing organisiert – Löwenfans haben dort gesungen, ein Filmemacher Theater gespielt, der Oberbürgermeister besuchte ihn und etliche Schaulustige.

Binnen weniger Minuten wurde das historische Haus vor genau zwei Jahren abgerissen.

Ein Protest ist auch an diesem Sonntag ab 14 Uhr geplant. „Wir protestieren so lange, bis das Häusl wieder steht“, sagt Angelika Luible, eine der engagierten Akteure von Heimat Giesing.

Ihnen geht es um mehr als das Häusl. „Wir wollen dafür sensibilisieren, wie wichtig es ist, unsere Denkmäler und Kulturgüter zu erhalten“, sagt die Obergiesingerin. Sie erinnert daran, als in den 70er-Jahren der Abriss von Haidhausen diskutiert wurde, um eine Stadtautobahn zu bauen. „Haarsträubend! Heute sind alle froh über das schöne Viertel.“ 

Die frühere Stadtbaurätin Christiane Thalgott sieht das genauso und hält am Sonntag einen Vortrag beim Uhrmacherhäusl.

„Wir protestieren so lange, bis das Häusl wieder steht“, sagt Angelika Luible, eine der engagierten Akteure von Heimat Giesing.

Auch über den aktuellen Stand der Verfahren soll informiert werden. Erst vor Kurzem hatte das Verwaltungsgericht dem Eigentümer Andreas S., der dagegen klagte, das Häusl wiederherzustellen, insofern Recht gegeben, als dass der Bescheid rechtswidrig ist (Hallo berichtete).

Für Luible indes ist das alles andere als eine Niederlage: „Das war ein formaler Verfahrensfehler – es geht weiter.“ Das bestätigt die Stadt, die nun prüft, ob sie Berufung einlegt oder einen neuen Bescheid erlässt. Parallel ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Eigentümer. Ihm könnte ein Bußgeld bis zu 500  000 Euro drohen.

Hanni Kinadeter

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