Aktueller Ermittlungsstand

Vergewaltigung eines Mädchens (11): Wolfsmaske im Müll gefunden – Neue Details zur Tat

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Der Tatverdächtige kooperierte über seinen Anwalt.

Ein Mann mit Wolfsmaske hat am 26. Juni ein elfjähriges Mädchen vergewaltigt. Der mutmaßliche Täter ist mittlerweile gefasst, zeigte sich aber bis dato wenig kooperativ – bis jetzt ...

Update 5. Juli

München – Nach den entsetzlichen Ereignis vom 26. Juni, der Vergewaltigung eines elfjährigen Mädchens in einem Gebüsch in Obergiesing, hat die Münchner Polizei neue Details zum Stand der Ermittlungen veröffentlicht.

Wie die TZ berichtet, wurde die Wolfsmaske mittlerweile gefunden: Der Tatverdächtige, ein 42-jähriger Mann, habe der Polizei über seinen Anwalt mitgeteilt, wo die Maske zu suchen sei. Zu den Tatvorwürfen sowie dem Vorgang des Verbrechens schweigt der mutmaßliche Täter jedoch weiterhin.

Maske war in einem Müllcontainer versteckt

Laut seiner Angabe solle man sich nach einem Müllcontainer in der Nähe seines Wohnortes umsehen.

Am Dienstag schließlich, leerten Polizisten diesen Container und fanden die Maske. Anders als das zum Zwecke der Fahndung veröffentlichte Bild, sei bei dieser die Mundpartie ausgespart, so werde beim Tragen lediglich ein Teil des Gesichts verdeckt, wie Anne Leiding, Sprecherin der Staatsanwaltschaft gegenüber der TZ erklärte.  

Um zu verhindern, dass sich „Trophäenjäger die Maske kaufen“, habe die Staatsanwaltschaft zudem den Beschluss gefasst, kein Foto des Wolfsgesichts zu veröffentlichen, so Leiding.

reb; Quelle: tz.de

Update 28. Juni – Schock über Ereignisse der letzten Tage sitzt tief

München – Die Pausenglocken läuten, doch die Schüler und Lehrer der Mittelschule an der Cincinnatistraße können nicht einfach zum Alltag zurück. Und vergessen, was in der Umgebung der Schule passiert ist. Am hellen Nachmittag überfiel ein maskierter Täter eine 11-Jährige, zerrte sie ins Gebüsch und missbrauchte sie sexuell. 

Die Polizei konnte einen Tatverdächtigen (siehe unten) festnehmen, doch der Schock sitzt tief, auch beim Schulleiter Herbert Haas. „Die Polizei war bei uns, um mit uns zu besprechen, wie wir die Tat thematisieren“, erklärt Haas. „Wir wollen keine Panik schüren, sondern richtig auf die Fragen der Schüler und der Eltern eingehen.“ 

Obwohl das Opfer nicht auf die Cincinnati-Schule ging, ist die Betroffenheit dort enorm. Kriseninterventionsteams stünden deshalb auf Abruf bereit.

„Es ist völlig klar, dass sich Eltern in solchen Fällen Sorgen machen“, sagt Sabine Wieninger von der Beratungsstelle Imma. „So traurig es ist, man kann 100 prozentigen Schutz nicht garantieren“. Wichtig sei es deshalb, dass Eltern ihre Kinder stärken, ihnen Selbstbewusstsein geben. Eltern sollen eine Vertrauensbasis schaffen, in der sich Kinder mitteilen. „Die Kinder müssen wissen, dass sexueller Missbrauch ein Unrecht ist“.

Inzwischen konnten durch die EG Wolf 78 Hinweise zusammengetragen werden. Die Auswertung dauert an. Gegen den 43-jährigen Tatverdächtigen erließ ein Richter inzwischen Haftbefehl.

Die Elfjährige und ihre Familie werden durch Beamte des Kommissariats 105 (Prävention und Opferschutz) betreut.

Das ist der mutmaßliche Täter

Die Polizei hat einen 43-jährigen Münchner festgenommen, der bereits mehrfach einschlägig vorbestraft war. Zuletzt wurde er vier Jahre und elf Monate unter anderem wegen sexuellem Missbrauch an Kindern in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Seit der Vollzugslockerung im November 2018 lebte er in einer therapeutischen Wohngruppe. Am Mädchen habe die Polizei DNA-Spuren gefunden, deren Abgleich zu einem Treffer führte. Auch auf den S-Bahn Überwachungsbändern sei der Tatverdächtige zu sehen.

Sebastian Obermeir

Mit Spürhunden durchsuchte die Polizei den Tatort.

Update 27. Juni, 16 Uhr – Tatverdächtiger ist bereits mehrfach vorbestraft:

München – Nach dem schweren sexuellen Missbrauch an einer Elfjährigen, am Dienstag Nachmittag gibt die Münchner Polizei erste Informationen weiter.

Der Tatverdächtige ist bereits mehrfach vorbestraft, zuletzt wurde er vier Jahre und elf Monate wegen Nötigung, Verbreitung pornographischer Darstellungen und sexuellen Missbrauchs in 17 Fällen in Tatmehrheit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Im  November 2018 beantragte die Klinik bei der Staatsanwaltschaft München eine Anhörung bezüglich einer Unterbringungslockerung. Anne Leiding von der Staatsanwaltschaft München erklärt hierzu: „Die Klinik kam auf uns zu und bat um Anhörung. Die Staatsanwaltschaft wird dazu lediglich angehört und hat keine Entscheidungsgewalt. In der Anhörung sagte die Staatsanwaltschaft, dass sie einer Unterbringungslockerung zustimmen würde, sofern aus ärztlicher Sicht keinerlei Gefahr mehr für die Allgemeinheit von dem Insassen ausginge.“

Vier Gutachter unterschrieben Lockerung

Vier Gutachter bestätigten daraufhin, dass die Lockerung möglich sei. Der nun Tatverdächtige wurde im November 2018 in einer überwachten therapeutischen Wohngruppe untergebracht. Diese entspricht der Lockerungsstufe D. Allerdings finde die Überwachung nicht Tag und Nacht statt, sagte Leidig.

Die Polizei arbeitete in den letzten beiden Tagen mit mehr als 100 Personen und Ermittlern an dem Fall als SoKo „Wolf“. Es gab zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung.

Zuerst meldeten sich zwei Frauen, die unabhängig voneinander die verdächtige Szene bemerkt hatten. Allerdings fuhr eine der beiden mit ihrem Fahrrad vorbei und eine ging vorbei. Beide bemerkten also nur flüchtig die Szene, sagte Ignaz Raab, Leiter des Kommissariats 15 (Sexualdelikte) in München. Erst durch die öffentliche Fahndung wurde ihnen bewusst, dass sie die Tat offenbar mitbekommen hatten. Hilferufe oder andere Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gab es laut Zeugenaussagen der beiden Frauen nicht.

Datenbank-Abgleich lieferte Treffer

Zudem wertete die Spurensicherung DNA-Material an dem Mädchen und deren Bekleidung aus. Ein Datenbank-Abgleich lieferte dann die Gewissheit. 

Außerdem ist der S-Bahnhof Fasangarten, an dem das Mädchen ausstieg, videoüberwacht. Die Ermittler werteten noch in der Nacht das Videomaterial aus. Darauf waren sowohl das Mädchen als auch der Tatverdächtige deutlich zu erkennen. Er folgte laut Raab dem Mädchen in circa 20 Metern Entfernung.

Die Polizei hat den Tatverdächtigen an der Arbeitsstelle aufgesucht. Er versuchte noch zu flüchten, konnte aber von den Beamten festgenommen werden.

Die Beamten durchsuchten bereits die Wohnung des Tatverdächtigen sowie dessen Arbeitsplatz. Weder die markante Wolfsmaske noch die Handschuhe wurden bisher gefunden. Allerdings teilte Raab mit, dass es an der Arbeitsstätte modellgleiche Handschuhe gäbe. 

Tatverdächtiger möchte sich nicht äußern

Bei einer ersten Vernehmung wollte sich der Verdächtige nicht zu der Tat äußern. Er wird morgen dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Die Ermittler vermuten laut Raab, dass er die Maske schon länger bei sich trug und auf  „eine günstige Gelegenheit" wartete.

Die Anklage lautet jetzt auf schweren sexuellen Missbrauch von Kindern in Tateinheit mit Vergewaltigung, in Tatmehrheit mit Nötigung. Laut Leiding ist eine Sicherheitsverwahrung im Falle einer Verurteilung rechtlich möglich. Weitere Details müssen allerdings die weiteren Ermittlungen und ein anschließend möglicher Prozess geben.

Wer ist der Tatverdächtige?

Bekannt ist bisher, das der mutmaßliche Täter, ein 43-jähriger Deutscher, mit Wohnsitz in München, eine Lehre als technischer Zeichner absolvierte und diese auch beendete. Aktuell war er als Hilfsarbeiter bei einer Firma beschäftigt. Der Arbeitgeber wusste nach aktuellem Erkenntnisstand nichts von seiner Vergangenheit.

Zeugenaufruf: 

Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen in diesem Zusammenhang gemacht haben, werden nach wie vor gebeten, sich bei der Polizei zu melden und sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 15, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Polizei München / se

Update 27. Juni, 14 Uhr – Erste Details sind bekannt:

Wie die Polizei München soeben meldet, wurde heute ein Tatverdächtiger festgenommen. Ihm wird vorgeworfen gestern Nachmittag gegen 16.30 Uhr ein 11-jähriges Mädchen vergewaltigt zu haben.

Weitere Details möchte die Polizei München heute Nachmittag bekannt geben.

Polizei München / se

Erstmeldung 26. Juni – Mädchen (11) in Grünanlage vergewaltigt

Obergiesing – Gestern Nachmittag, gegen 16:30 Uhr, war ein elfjähriges Mädchen in der „Ami-Siedlung“ im Stadtbezirk Obergiesing-Fasangarten auf dem Nachhauseweg. Sie kam gerade von der S-Bahn-Station Fasangarten und passierte eine kleine Grünanlage in Richtung der Wikingerstraße. 

Ein Unbekannter riss sie zu Boden und missbrauchte sie

Plötzlich wurde sie von einem unbekannten Mann überrascht. Sein Gesicht war mit einer Wolfsmaske getarnt.  Er hielt dem Mädchen den Mund zu und zerrte es in ein Gebüsch, zog ihr die Hose herunter und verging sich an ihr...

Als er fertig war, zwang er das verängstigte Kind, noch eine Weile im Gebüsch zu bleiben. Außerdem bedrohte er sie und ihre Familie, falls sie jemandem von dem Vorfall erzählen würde. Nach Angaben des Mädchens soll er mitunter die Worte „Ich weiß, wo du wohnst“  verwendet haben. Danach ergriff er die Flucht. 

Erste Fahndung blieb erfolglos

Als der Mann weg war, rannte das Mädchen nach Hause und erzählte ihrer Mutter, was passiert war. Diese alarmierte umgehend die Polizei, die sofort erste Fahndungsmaßnahmen einleitete – jedoch ohne Erfolg.

Das Mädchen ist traumatisiert und befindet sich in psychiatrischer Behandlung. Wie die SZ berichtet wirkt die Tat sehr geplant. Man könne allerdings noch nicht mit Sicherheit sagen, ob das Kind auch das geplante Opfer des Täters war oder sich leider zur falschen Zeit am falschen Ort befand.

In einer Pressekonferenz am Mittag informierte die Münchner Polizei über den Hergang der Tat.

Zwei Frauen bemerkten die Tat – erkannten aber nicht die Gefahr

Derzeit laufen DNA-Untersuchen an der Kleidung des Mädchens. Mit weiteren Angaben halten sich die ermittelnden Beamten zum aktuellen Zeitpunkt noch zurück. 

Des Weiteren haben sich mittlerweile zwei Passantinnen gemeldet, die Angaben zum Tathergang machen konnten. Offenbar hatten die Frauen die Tat bemerkt, jedoch nicht als sexueller Übergriff erkannt.

Laut SZ wurden auch Profiler der operativen Fallanalyse zum Ermittlungsteam hinzugezogen: Ihre Aufgabe ist eine detaillierte Analyse des Charakters des Täters. 

Derzeit besteht ebenfalls Interesse an dessen Fernsehverhalten: So wurden in den letzten Tagen mehrheitlich Programme, Filme und Serien ausgestrahlt, die den Tathergang inspiriert haben könnten. In „Der gute Bulle“ wurde beispielsweise kürzlich ein Missbrauchsfall verhandelt. Das Opfer: ein Mädchen. Der Tartort: in der Nähe einer Schule. Die Ähnlichkeit scheint verblüffend.

Die Polizei fahndet nach dem Täter

Der Täter wird folgendermaßen beschrieben:

  • Männlich, ca. 185 cm groß, der Stimme nach vermutlich mittleren Alters, braune Haare, sprach akzentfrei Deutsch. Er trug eine dunkle Hose (Länge bis über das Knie), ein graues T-Shirt und dunkle Sneakers sowie eine Wolfsmaske und Latexhandschuhe.
  • Pressesprecher da Gloria Martens mahnt zusätzlich zu Aufmerksamkeit, weil sich der Tatort in der Nähe einer Grund- und Mittelschule befindet. Der Bereich sei umgeben von viergeschossigen Reihenhäuser, Bäumen und Grünflächen. Derzeit sei eine Sonderkommission zu Aufklärung des Falls eingerichtet.

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 15, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Polizei München / reb

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