Giesing macht Kino

Neuer Kinofilm spielt im Herzen von Giesing

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Thomas Schwendemann bringt das Viertel groß raus. Am 21. November läuft seine Buddykomödie in bayerischen Kinos an.

Hier feiern die Schickeria und Obdachlose zusammen . Der neuen Film „Schmucklos“ mit lokalen Promis spielt entlang der Tegernseer Landstraße in Giesing. Wer alles mitspielt...

Obergiesing – Giesing macht Kino: Thomas Schwendemann bringt das Viertel groß raus. Am 21. November läuft seine Buddykomödie in bayerischen Kinos an, deren Spielorte entlang der Tegernseer Landstraße verlaufen. 

Genauer gesagt, in der Kneipe Altgiesing, die kurzerhand zum „Schmucklos“ umfunktioniert wird. Schmucklos, so lautet auch Titel des Films, den Schwendemann produziert. 

Der Plott ist einfach: 

Eine Werberegisseur (gespielt von Thomas Schwendemann) verliert seine Wohnung im Lehel und damit sein Obdach. 

Gleichzeitig bekommt er Besuch von einem Spezl aus Wien (Stefan Fent) – zunächst verstehen sich die beiden gar nicht, doch ihr Schicksal der Erfolg- und Wohnungslosigkeit verbindet sie. 

Sie eröffnen die Kneipe in Giesing, die schnell ein Gastro­erfolg wird. Diese Kneipe ist das Altgiesing, zumindest die Fassade. Die Szenen im Interieur drehte das Filmteam im Keller von Schwendemanns Oma. 

Im Film spielt Marianne Sägebrechts seine Oma, die schon gestorben ist aber nach reichlichem Schnapskonsum aus einem Foto zu ihrem Enkel spricht. 

Viele Nebenrollen sind mit lokalen Promis besetzt

Sägebrecht ist eine von etlichen Promis, die als Publikumsmagneten Nebenrollen oder Gastauftritte haben: 

Eisi Gulp als Obdachloser, Uschi Glas als Schickeria-Passantin, Christian Ude als Kabarettist, Thomas D. als Kneipengast, Michaela May als Gentrifizierungsopfer und Joseph Hannesschläger als mafiöser Brauereichef. Hannesschläger, der mit einer schweren Krebserkrankung auf der Palliativstation liegt, hat schon jetzt auf Facebook gepostet, das sei seine „letzte Rolle“ – wenngleich Schwendemann hofft, dass er „in Schmucklos Teil 13 so um 2050“ auch noch mitspielt. 

Giesing: Uhrmacherhäusl, Monaco Franze und Sechzger

Die Komödie Schmucklos schmückt sich außerdem mit jeder Menge Lokalkolorit sowie etlichen Querverweisen – aufs Uhrmacherhäusl, auf den Monaco Franze – und wirbt nicht nur für Giesing, das Viertel in dem arm und reich coexistieren, sondern auch für die Brauerei des Viertels und die Sechzger. 

„Giesing ist für mich das Viertel, in dem die Schere zwischen arm und reich sehr sichtbar ist“, sagt Schwendemann. Der 42-Jährige findet: „Den Klassenkampf habe ich schon immer mit Giesing verbunden.“ 

Der Film bietet vielseitige Themen

Einerseits will er im Film sozialkritische Aspekte wie „Gentrifizierung, Mietwahnsinn und Altersarmut“ thematisieren, andererseits aber auch die Existenz der Schickeria nicht verleugnen. 

Deswegen: „In der Kneipe gibt es morgens Würstl und Schnaps für Bedürftige. Abends feiert die Schickeria.“ Der Charme des ehemaligen Arbeiterviertels hat ihn überzeugt: „Alles, was man braucht, ist in Steinwurfweite – alte Fassaden, kleine Häusl und nachts gibt es auch dunkle Gassen.“ 

Hanni Kinadeter

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