Fotoausstellung 

So war`s damals in München – Fotos aus den 30er- bis 60er-Jahren

+
Sendlinger Straß, 1954.

Der Opa von Galerist Gerhard Grabsdorf dokumentierte das Stadtgeschehen von den 30er bis 60er Jahren. Jetzt werden dieses ausgestellt...

Isarvorstadt – 1100 Fotos zeigen das Leben in München, wie wir es uns heute kaum mehr vorstellen können: Das zerbombte Isartor, Polizisten, die den Verkehr am Stachus von einem Podest aus regeln, Frauen, die im Auer Mühlbach Kleidung waschen. 

Bildergalerie München 30er und 60er Jahre

Ein parkender Ford 12 oder 15 M und ein Borgward Isabella ungefähr auf Höhe der Hausnummer 23 in der Sendlinger Straße. Auf dem um 1954 entstandenen Bild sind links noch die Behelfsbauten mit einer Spaten-Straßenschänke zu erkennen, neben den beiden mehrstöckigen Neubauten aus den frühen 50er Jahren.
Ein parkender Ford 12 oder 15 M und ein Borgward Isabella ungefähr auf Höhe der Hausnummer 23 in der Sendlinger Straße. Auf dem um 1954 entstandenen Bild sind links noch die Behelfsbauten mit einer Spaten-Straßenschänke zu erkennen, neben den beiden mehrstöckigen Neubauten aus den frühen 50er Jahren. © 2019 Galerie Gerhard Grabsdorf
„Death is so permanant drive carefully“. Eine Ermahnung, an die GIs auf dem Weg durch die Stadt vorsichtig zu fahren. Am anderen Ende der Neuhauserstraße, am Karlstor befand sich der Warnhinweis ebenfalls.
„Death is so permanant drive carefully“. Eine Ermahnung, an die GIs auf dem Weg durch die Stadt vorsichtig zu fahren. Am anderen Ende der Neuhauserstraße, am Karlstor befand sich der Warnhinweis ebenfalls. © 2019 Galerie Gerhard Grabsdorf
Spaziergänge, aber auch der Arbeitsweg von Ramersdorf zur Hurth Getriebe- und Zahnradfabrik in der Isarvorstadt führten H. Wendling durch die Au. Dabei sind viele Aufnahmen von den Herbergen entlang der Quellenstraße entstanden. Hier die Bürgerhäuser an der Quellenstraße 51 bis 53 unterhalb der Hochstraße. Sie standen noch bis in die späten 50er Jahre.
Spaziergänge, aber auch der Arbeitsweg von Ramersdorf zur Hurth Getriebe- und Zahnradfabrik in der Isarvorstadt führten H. Wendling durch die Au. Dabei sind viele Aufnahmen von den Herbergen entlang der Quellenstraße entstanden. Hier die Bürgerhäuser an der Quellenstraße 51 bis 53 unterhalb der Hochstraße. Sie standen noch bis in die späten 50er Jahre. © 2019 Galerie Gerhard Grabsdorf
Das Gebiet zwischen Rosenstraße und Marienplatz wurde im Krieg fast vollständig zerstört und anschließend geräumt. Bis zur Neubebauung wurde in Behelfsbauten Güter des täglichen Bedarfs gehandelt.
Das Gebiet zwischen Rosenstraße und Marienplatz wurde im Krieg fast vollständig zerstört und anschließend geräumt. Bis zur Neubebauung wurde in Behelfsbauten Güter des täglichen Bedarfs gehandelt. © 2019 Galerie Gerhard Grabsdorf
Der Schutzmann Rudi Fischalek, am Stachus auf dem Podest vor dem Kaufhof, regelte den Verkehr zwischen Bayer- und Sonnenstraße. Die Aufnahme stammt vermutlich aus der Vorweihnachtszeit 1963. Damals war es noch üblich, den dort stehenden Polizisten Päckchen mit Weihnachtsgeschenken an das Podest zu legen.
Der Schutzmann Rudi Fischalek, am Stachus auf dem Podest vor dem Kaufhof, regelte den Verkehr zwischen Bayer- und Sonnenstraße. Die Aufnahme stammt vermutlich aus der Vorweihnachtszeit 1963. Damals war es noch üblich, den dort stehenden Polizisten Päckchen mit Weihnachtsgeschenken an das Podest zu legen. © 2019 Galerie Gerhard Grabsdorf
Herbert Wendling (1902-1970), geboren in Weinheim, lebte er von seinem 12 Lebensjahr bis zu seinem Tod in München. Der Fotograf aus Leidenschaft ging seiner Berufung nicht nur beruflich, sondern auch privat nach. So hat er das Haus praktisch nie ohne Kamera(s) und Stativ verlassen.
Herbert Wendling (1902-1970), geboren in Weinheim, lebte er von seinem 12 Lebensjahr bis zu seinem Tod in München. Der Fotograf aus Leidenschaft ging seiner Berufung nicht nur beruflich, sondern auch privat nach. So hat er das Haus praktisch nie ohne Kamera(s) und Stativ verlassen. © 2019 Galerie Gerhard Grabsdorf

Der Fotograf Herbert Wendling hielt das Geschehen in der Stadt in der Vor- und Nachkriegszeit bis Ende der 60er-Jahre auf Film fest. Sein Enkel, Gerhard Grabsdorf, stellt die Fotos nun in seiner Galerie aus. 

Galerist Gerhard Grabsdorf.

„Von den ganzen Aufnahmen sind in etwa 300 verwertbar gewesen“, erläutert der Galerist. Besondere Schwierigkeit war, dass kaum Informationen zu den Fotos vorhanden sind: Wo oder wann sie Wendling aufgenommen hat, musste Grabsdorf in mühevoller Kleinstarbeit recherchieren. Fündig wurde er im Stadtarchiv, bei Spaziergängen oder einfach im Gespräch: „Meine 95-jährige Tante konnte sich zumindest noch an ein bisschen was erinnern“, erzählt er. 

Auch ein Bildband befindet sich im Moment in Arbeit. Das Werk soll bis Ende des Jahres fertig werden, hofft der Galerist. Die Liebe zur Fotografie hat er im Blut: Nicht nur sein Opa, sondern auch sein Vater ging der gleichen Leidenschaft nach. Einige der uralten Kameras von seinem Großvater besitzt Grabsdorf auch heute noch. 

Vor etwa drei Jahren habe er versucht, einen Apparat der Marke „Leica“ wieder in Betrieb zu nehmen. Es ist bei einem Versuch geblieben. 

Sophia Oberhuber

Fotoausstellung

Die Ausstellung „München 1930 – 1960“ eröffnet am Freitag, 8. November, um 19.30 Uhr in der Galerie Gerhard Grabsdorf, Aventinstraße 10. Bis Februar 2020 ist sie dort donnerstags von 15 bis 19 Uhr und samstags von 15 bis 20 Uhr zu sehen.

Lesen Sie hier aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Brand in Tiefgarage – 10.000 Euro Sachschaden durch Rauch
Brand in Tiefgarage – 10.000 Euro Sachschaden durch Rauch
Neuer Kinofilm spielt im Herzen von Giesing
Neuer Kinofilm spielt im Herzen von Giesing
Bewusstlos liegen gelassen –Kleintransporter fährt Radlerin an und flüchtet
Bewusstlos liegen gelassen –Kleintransporter fährt Radlerin an und flüchtet
Entsteht in Giesing bald ein Kultur- und Begegnungszentrum?
Entsteht in Giesing bald ein Kultur- und Begegnungszentrum?

Kommentare