„Bierofka ist gemobbt worden“

Trauerspiel für den TSV 1860 – So denken die Fans in den Boazn über Trainer-Rücktritt

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TSV 1860 München Trainer Bierofka ist zurück getreten.

Es ist mittlerweile offiziell: Daniel Bierofka, Trainer des TSV 1860 München, ist zurück getreten. Hallo hat mit den Fans gesprochen...

OberGiesing/Harlaching – Eigenartig ist die Stimmung in der Vereinsgaststätte an diesem Tag. Ein paar Spieler sitzen hinten am Tisch im Löwenstüberl, essen, kaum ein Wort fällt untereinander. Draußen das glatte Gegenteil: Horden von Journalisten, Fotografen und Kameraleuten tummeln sich dort. 

So viele, dass Stüberl-Wirt Benedikt Lankes gleich warnt: „Ich möchte, dass die Mannschaftsspieler in Ruhe essen können und nicht ständig belagert werden.“ 

Angeblich, so heißt es, hat ihnen Bierofka zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal selbst vom Rücktritt berichtet. Die Fans jedenfalls sind schon in Trauerstimmung. „Das ist ein menschlicher Skandal“, findet Hans Haumer. 

Hans Haumer.

Für den 69-Jährigen, der im Stüberl gerade sein Bier trinkt, steht fest: „Mit der Gehaltsdebatte ist die Tragödie doch losgegangen. Daniel ist konsequent gemobbt worden, ist doch klar, dass er irgendwann nicht mehr mag, so kann man nicht mit einem Menschen umgehen.“ Überhaupt, dass sein Einkommen an die Öffentlichkeit gekommen sei – „da liegt der Verdacht nahe, dass das gesteuert war – so etwas geht halt jedem an die Substanz.“ 

Dabei sei die Familie Bierofka doch so anständig – „zu anständig“, fügt Haumer gleich hinzu. Er habe schließlich mit dem Ex-Spieler und Trainer Willi Bierofka damals zusammen eine Trainerlizenz erworben und stehe seither mit der Familie in Kontakt. 

Ganz anders indes sieht Ali Simsek, der im Cafè weißblau an der Tegernseer Landstraße sitzt, die Angelegenheit. 

Ali Simsek.

„Bei mir am Fan-Stammtisch ist in letzter Zeit ziemlich viel geschimpft worden, weil Bierofka so viel verdient.“ Viele hätten sich – nachdem das Gehalt durch die Presse gegangen war – geärgert und gemeint, Bierofka sei zu teuer. 

Ein paar Meter weiter im Trepperl­wirt, trauert die Fangemeinde. „Das tut so weh“, sagt Sejo Kuko sichtlich geknickt. Dass so ein eingefleischter Sechzger wie Daniel Bierofka zurücktrete, das könne er kaum fassen. 

Sejo Kuko.

„Manchmal frage ich mich, ob ich hier noch richtig bin.“ Seit 46 Jahren ist Kuko Sechzger-Fan, er hatte sich für den Verein vor allem eines gewünscht: „Dass endlich Ruhe einkehrt.“ Er ist sogar überzeugt: „Die Querelen mit Investor und Vorstand werden jetzt erst recht eskalieren.“ 

Dass Fans protestieren werden, davon ist auch Johann Hörmann überzeugt, der im Löwenstüberl mit seinen Spezln kartelt.

Johann Hörmann.

 „Es ist traurig, der Junge hat wirklich alles versucht.“ 

Hanni Kinadeter

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