26 000 Kilometer liegen noch vor ihnen...

Reisen auf zwei Rädern: Sie radeln von München bis Tokio

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Endlich schönes Wetter – links sind Nico Schmieder, Felix Sailer und Julian Schmieder in Istanbul.

Von der Preysingstraße bis Japan: Das Münchner Radl-Trio um Nico Schmieder, Felix Sailer und Julian Schmieder zieht in Hallo nach einem Monat eine erste Bilanz.

Haidhausen – Ziemlich genau einen Monat lang sind die Brüder Nico (30) und Julian (36) Schmieder sowie Felix Sailer nun unterwegs. Exakt 2235 Kilometer sind sie bislang geradelt – über Berge und Waldwege, durch Städte und Täler, acht Länder haben sie durchquert. 26 000 Kilometer liegen allerdings noch vor ihnen. Ihr großes Ziel: Im Juli 2020 wollen sie in Tokio ankommen, pünktlich zu den Olympischen Spielen, die dann in Japan stattfinden.

Eine verrückte Idee? „Nein“, sagt Nico und schüttelt den Kopf. „Zuhause hat man so wenig Zeit, um zu reflektieren – in einer Großstadt wie München ist alles hektisch und voll“, sagt der 30-Jährige. Während das Leben auf der Reise so einfach ist: „Alles, was wir brauchen, haben wir dabei, wir leben ganz reduziert.“ Alles ist in dem Fall: zwei Zelte, Klamotten und natürlich eine Schwimmnudel, die jeder dabei hat – quasi als Abstandshalter, wenn sie entlang der Autobahn fahren.

Mehr als ein Jahr brauchen sie, um 28 000 Kilometer zu radeln

Radl mit Gepäck wiegt je 50 Kilo, dazu kommen gut zehn Kilo Essen und Trinken. Im Schnitt brauchen die jungen Männer 20 Euro am Tag, meistens zelten sie – selbst in den vergangenen vier Wochen, als Dauerregen ihr steter Begleiter war. 

Die ersten Wochen ihrer Reise hat es nahezu immer geregnet, trotzdem haben die drei Haidhauser jede Nacht gezeltet .

„Abenteuer, Neugier und Entdeckungslust“ – das ist es, was das Trio antreibt, darin sind sie sich einig. „Du weißt nie, was als nächstes kommt“, sagt Julian. Ob es der Fuchs ist, der nachts am Radl schnüffelt, die Schlange, die übers Zelt kriecht, oder der aufwärmende Schnaps, den Fremde den völlig durchnässten Radfahrern reichen. 

„Die Begegnungen sind das Schönste“, findet Nico. Vor allem, als sie durch Rumänien radelten, da standen die Menschen am Straßenrand und jubelten ihnen zu, im Café durften sie nicht mal ihr Eis bezahlen. „Es ist so schön, zu sehen, wie sich die Menschen dort gegenseitig helfen“, findet Nico. „Wir sind oft angewiesen auf die Leute, aber das ist gut so.“

Schlechte Erfahrungen haben sie bislang nicht gemacht. Einzig der Verkehr geht ihnen auf die Nerven: „Manche Lkw-Fahrer rasen, als hätten sie den Führerschein in der Lotterie gewonnen“, ärgert sich der Haidhauser. Dennoch gibt es für das Trio kaum etwas Schöneres als auf diese Weise zu reisen.

Dafür haben sie ein bis anderthalb Jahre Pause im Job eingelegt. Und alle drei sehen ihre Freundinnen nun erstmal lange Zeit nicht. Drei Treffen mit den Partnerinnen sind vereinbart: In Indien, Australien und Japan.

Hanni Kinadeter

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