Daglfing: Makler kündigt Neubauprojekt im Viertel an – Jahrhundertealter Baum muss weichen

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Wo sind Maria und Tatiana?

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Diese Kinder singen mit Opernstars

Integrationsprojekt: Flüchtlingskinder sollen durch Arien Deutsch lernen

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Die Schüler aus der Führichstraße machen beim Integrationsprokjekt „Sing meine Sprache“ mit.

Schüler aus dem Münchner Osten bringen mit Profis eine Oper auf die Bühne. Sie sind Teil eines neuen bundesweiten Integrationsprojekts, das gerade in der Schule an der Führichstraße gastiert. 

Ramersorf/Haidhausen – 25 Kinder stehen im Raum, Schritt nach rechts, Schritt nach links, klatschen und singen lauthals. Es ist ein Vormittag in der Mittelschule an der Führichstraße, Zimmer 211 – hier proben Fünft- und Siebtklässler für ihren großen Auftritt, am Freitag, 28. Juni. 

Sie sind Teil des Projekts „Sing meine Sprache“, bei dem Profis der Kleinen Oper Bad Homburg mit Flüchtlingskindern oder Kindern mit Migrationshintergrund einen Bühnenauftritt proben. „Wir suchen gezielt Brennpunkt-Schulen“, sagt Ingrid El Sigai, eine Opernsängerin, die mit den Schulkindern das Singen übt. 

Das Singen erleichtert das Deutsch-Lernen

Denn: „Sprache ist der Schlüssel zur Integration“, sagt El Sigai. Eine Studie aus Großbritannien hat demnach gezeigt, dass man eine Sprache durch Nachsingen leichter erlerne – außerdem stärke der gemeinsame Auftritt das Selbstbewusstsein, und das Singen habe eine therapeutische Wirkung, von der vor allem traumatisierte Flüchtlingskinder profitierten.

„Wir sind tatsächlich ein sozialer Brennpunkt“, sagt Direktorin Katrin Hiemer. „Viele Kinder leben mit Geschwistern und Eltern zu fünft oder zu sechst in einem Ein-Zimmer-Appartment“, berichtet sie. Mehrere Familien leben von Hartz IV, bei anderen arbeiten beide Elternteile so viel, dass keine Zeit bleibt, um sich darum zu kümmern, dass die Kinder ihre Hausaufgaben machen. 

Die Opernsängerin Ingrid El Sigai probt mit den Kindern das Singen.

„Wir bräuchten mehr Personal, um die Kinder besser zu unterstützen“, sagt Hiemer. Manche machen nie ihre Hausaufgabe, ihr Deutsch ist gebrochen.

Der Spaßfaktor ist ein wichtiger Aspekt

Der Ausländeranteil an der gesamten Schule liegt zwischen 85 und 90 Prozent. Bei Tiara ist das anders: Die Zwölfjährige ist gerademal drei Monate in Deutschland, aber spricht schon viel Deutsch – und wenn mal eine Vokabel fehlt, weiß sie sich mit Händen und Füßen zu helfen.

Sie kommt aus Serbien und freut sich schon darauf, im August dorthin zu ihren Großeltern und ihrem Hund zu fahren. „Ich singe und tanze sehr gerne“, sagt sie und lacht. Das sieht man auch bei den Proben – sie ist mit ganzem Herzen bei der Sache. 

„Für die Kinder hat das vielmehr Spaßfaktor als gewöhnlicher Deutschunterricht“, sagt Hiemer. Die Erfahrung hat auch Ingrid El Sigai gemacht: „Das ist jetzt die fünfte Schule, in der wir sind“, sagt sie. „Den Kindern hat es immer super gefallen.“ 

Hanni Kinadeter

Am Freitag, 28. Juni, singen die Schüler mit Opernsängern, Pianisten und Geiger vier Lieder aus „Abenteuerliche Reise ins Morgenland“ von W. A. Mozart. Die Aufführungen finden um 11 und 15 Uhr in der Turnhalle der Mittelschule, Führichstraße 53, statt.

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