Skandale, Genies und wilde Partys

Ein Häuserblock voller Geschichte - Von der ersten Frau auf dem Rad bis zur wilden Bar

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Die Geschichte eines Hausblocks in 15 Kapiteln

Es sind gerade mal 150 Meter in Haidhausen - Ihnen widmet Hermann Wilhelm nun eine Ausstellung, die am Sonntag, 15. September, um 19 Uhr eröffnet wird. 

Haidhausen – „Eigentlich ist es eine minimalistische Ausstellung, nur ein ganz kleiner Bereich, aber dort ist sehr viel geschehen“, sagt Hermann. Gewissermaßen ein Spaziergang um den Block und durch die Geschichte – in 15 Kapiteln stellt er anhand von Tafeln, Texten und Bilder dar, was sich dort ereignete, wer hier lebte und was passierte. 

Um 800 verlief hier die Salzstraße, die Straße, derentwegen München entstand.

Die Salzstraße war die Straße nach Wien, die Wienerstraße. „Erst in den 70er-Jahren wurde sie in Einsteinstraße umbenannt“, sagt Wilhelm. 

Später wurde hier Lehm abgebaut, etliche Ziegeleien gab es – bis sich schließlich dort, in der „Grube“, Menschen ansiedelten, nachdem alles abgebaut war. 

„Als Kind war ich da noch Schlittenfahren und Fußballspielen“, erinnert sich der 70-Jährige und zeigt in Richtung Klinikum rechts der Isar. Wo jetzt etliche Neubauten stehen, waren einst Herbergshäusl. 

Ein Stückchen weiter, in der Seeriederstraße, war lange Zeit ein Straßenbahndepot. Damit es aber das Viertel nicht verschandelte, wurde davor ein Wohnhaus gebaut – die Tram fuhr durch Tunnel einfach durch in den Hinterhof.

Wild ging es offenbar in der Bar „Birdman“ zu, wie Hermann berichtet. US-Soldaten machten hier Musik, Blues, Jazz und Soul, Ex-Knastis trafen sich dort und andere Nachtgeister. 

Und noch ein Stücken weiter in der Kirchenstraße lebten zwei Berühmtheiten: Heinrich Roth, mehrfach preisgekrönter Hochrad-Rennfahrer, der nach der Inflation verarmte. Und Anna Schäfer, die erste Frau, die in München Fahrrad fuhr und deswegen einen Skandal auslöste – wegen dieser unsittlichen Erotik. „Wo bleibt die Polizei“, fragte damals eine Münchner Zeitung.

Ausstellung im Kulturzentrum Einstein, Einsteinstraße 42, vom 13. September bis 6. Oktober. Do bis Sa 19 bis 21 Uhr geöffnet, So 12 bis 16 Uhr.

hki

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