Bürgerversammlung in Haidhausen 

Gasteig – ein Eventtempel?

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Der Entwurf des Architektenbüros Henn zeigt, wie der Gasteig aussehen soll. 

Die Stimmung bei der Bürgerversammlung war aufgeheizt - wegen dem Gasteig. Wie geht es mit dem "größte Kulturzentrum Europas" weiter? Hallo war dabei... 

Haidhausen – Im Vergleich zur Bürgerversammlung 2017 – der Saal im Hofbräukeller war derart überfüllt, dass die Versammlung verschoben wurde und draußen protestierten die Bürger scharenweise – war die Versammlung ziemlich ruhig. Aber auch diesmal gab es Reizthemen, die polarisierten, das größte darunter: Der Gasteig. 

Noch während BA-Chefin Adelheid Dietz-Will (SPD) ihren Vortrag über die aktuellen Projekte im Viertel hielt, rief eine Bürgerin dazwischen: „Warum wird der Gasteig nicht abgerissen, der ist doch scheußlich!“ Dietz-Will indes lobte die Pläne ausführlich. Kritik ernteten die Pläne allerdings auch von Anwohnerin Christina Opp-Forward. Sie fürchtet, der Gasteig werde ein „Eventpalast“. „Brauchen wir wirklich so eine Schickeria-Fassade“, fragte sie. Gegen die Scheiben würden nur Vögel prallen, im Sommer stehe die Glasfront direkt in der prallen Sonne – „und innen muss dann gekühlt werden.“ Die Haidhauserin beantragte, der Stadtrat möge eine „bescheidene und umsichtige Sanierung“ beschließen. 

Zunächste erntete sie Beifall und Jubel. Doch später wurde ihr Antrag abgelehnt. Grund dafür war möglicherweise auch das leidenschaftliche Plädoyer von Gasteig-Sprecher Michael Amtmann. Er geriet regelrecht ins Schwärmen, als er von der Dachterrasse sprach. „Die schönste Aussicht Münchens“, finde man dort. Ein Anblick, den er mit Münchnern und Touristen teilen will. Deswegen solle die Terrasse geöffnet werden und dort Gastronomie entstehen. „Der Gasteig ist das größte Kulturzentrum Europas“, betonte Amtmann. „Wir sind sehr stolz, der Gasteig ist absolut einzigartig.“ 

Zwischen 6000 und 10 000 Besucher strömen täglich in den Gasteig, die größte kommunale Bibliothek Deutschlands befinde sich dort. Die Sanierung soll vor allem das bringen: eine offene Architektur zur Stadt sowie eine Struktur, die die interne Zusammenarbeit fördert. 

hki

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