Lutherkirche am Giesinger Berg

Neue Sozialwohnungen für Giesing?

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Pfarrerin Karin Wolfgang hinter der Lutherkirche: Hier entsteht ein neues Gemeindehaus.

Baustelle: Die Lutherkirche wird aufwendig saniert, ein Gemeindehaus gebaut und Grund wird frei – kommen dort jetzt Sozialwohnungen oder Wohnungen für Studenten hin?

Obergiesing – Bauzäune versperren die Sicht und den Haupt­eingang, im Hinterhof rollt ein Bagger, Bauschutt stapelt sich. Der Hof der evangelischen Lutherkirche am Giesinger Berg ist eine Baustelle. Wo bislang ein leerstehender Hof und Garagen waren, soll ein modernes Gemeindehaus entstehen.

Sanierung, Um- und Neubau kosten mindestens 5,5 Millionen Euro

Derzeit steht dieses nämlich noch auf der gegenüberliegenden Seite der vielbefahrenen Martin-Luther-Straße, an der Ecke zur Weinbauernstraße. „Oft müssen wir hier kistenweise Unterlagen über die Straße schleppen“, klagt Pfarrerin Karin Wolfgang (62). Deswegen wird die Lutherkirche das marode Gebäude aufgeben – was interessant fürs Viertel werden könnte. Die Giesinger Pfarrgemeinde gibt Grund und Bau in Erbpacht an die Landeskirche, die dafür wiederum den mindestens 5,5 Millionen Euro schweren Um- und Neubau finanziell unterstützt.

Hier steht das alte Gemeindehaus.

Eines ist der Pfarrerin besonders wichtig: „Die Immobilie soll für soziale Zwecke genutzt werden.“ So ist es auch mit der Landeskirche vereinbart. Wenn es nach der Pfarrerin geht, können dort etwa Sozialwohnungen oder Wohnungen für Studenten entstehen.

Mit einem Verkauf des Grundstücks hätte die Gemeinde freilich weitaus mehr Geld machen können – aber sie lehnte ab. „Wir haben immer wieder ungefragt Angebote bekommen“, sagt Wolfgang.

Das bestehende Gebäude dort ist sehr stark baufällig – deswegen plant die Landeskirche, es abzureißen und ein neues Haus zu errichten.

Was die Lutherkirche betrifft, soll in Zukunft alles moderner und logistisch einfacher werden: „Mit den neuen Plänen haben wir alles zusammen an einem Ort“, sagt die Pfarrerin.

Durch die Kirche hindurch kommt man künftig direkt ins Gemeindehaus, welches das gesamte Erdgeschoss einnimmt und obendrein auch barrierefrei wird – anders als derzeit.

Im zweiten Stock ist die Dienstwohnung für den Pfarrer vorgesehen, Verwaltungsräume sowie ein Meditationsraum. Und für die Jugendlichen soll es ein eigenes Reich geben: Jener Seitenflügel, der sich gegenüber des Giesinger Bräus befindet, soll für sie saniert werden.

Bald schon ist die Grundsteinlegung des neuen Ergänzungsbaus: Am Mittwoch, 24. Juli, wird es dazu einen Festakt mit Gottesdienst und Gastrednern geben. Wenn alles nach Plan läuft, sollen Um- und Neubau im Dezember 2020 abgeschlossen sein. „Allerdings ist das Ensemble denkmalgeschützt – da kann man den Zeitplan nicht immer genau vorhersehen“, sagt die Pfarrerin. Hans Grässel hatte den Bau zwischen 1925 und 1927 errichtet.

Ihr letztes Projekt in der Kirche

Während der gesamten Bauzeit wird der Gottesdienstbetrieb aufrecht erhalten – die Besucher müssen lediglich den Seiten- statt des Haupteingangs nutzen, der im Baustellenbereich liegt.

Für Pfarrerin Karin Wolfgang wird das das letzte große Projekt in der Lutherkirche: Sie geht im Mai kommenden Jahres in den Ruhestand. Hanni Kinadeter

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