Der Löwenmama blutet das Herz

Löwen-Gaststätte: Das sagt Kultwirtin Christl Estermann zum monatelangen Leerstand

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Im Löwenstüberl wurde getrauert, gejubelt und geflucht – wie hier im Abstiegsspiel gegen Karlsruhe 2015. Seit mehr als einem halben Jahr steht es nun leer.

Warum bleibt das Löwenstüberl geschlossen, obwohl eine Wiedereröffnung angekündigt war? Jetzt meldet sich die ehemalige Wirtin zu Wort...

Update: 17. Juli – Exwirtin äußert sich zu dem Umständen

Giesing – Seit Christl Estermann das Stüberl zum Jahresbeginn dicht machte, sind die Pforten geschlossen (Hallo berichtete). Die Gerüchteküche brodelt und die Fans werden ungeduldig (siehe unten).

Nun mischt sich die Exwirtin in die Debatte ein: „Mir tut das unwahrscheinlich weh“, sagt die 76-Jährige. 27 Jahre lang hat Estermann die Wirtschaft betrieben, sie war ihr zweites Wohnzimmer. Während die Trainer kamen und gingen, blieb sie – 27 Trainer hat sie als Wirtin miterlebt, zu jeder Sechzger-Legende kann sie eine Anekdote erzählen. 

Christl Estermann im Stüberl, das sie im Januar aufgab. Der Leerstand erschüttert sie.

Dass das Stüberl seit mehr als einem halben Jahr leer steht, kann die Löwenmama kaum fassen. „Ich bin mit den Nerven am Ende. Ständig fragen mich Fans, ob ich es nicht wieder übernehmen kann, aber ich bin zu alt und ich bin pleite.“ Sie habe sogar Insolvenz anmelden müssen. 

Was sie aber heftig kritisiert: „Der Verein könnte auch mal mit mir sprechen, wie man das Lokal weiterbetreiben könnte.“ 

Während der Verein mitteilt, er habe bereits einen Pächter im Visier, ist die Ex-Wirtin überzeugt. „Die haben keinen. Anfragen gibt es bestimmt, aber die Ansprüche sind einfach zu hoch.“

Hanni Kinadeter

Erstmeldung: 11. Juli – Stüberl bleibt zu: Gerüchteküche über Gründe brodelt

DER Treffpunkt für Löwen-Fans. Seit Januar ist er geschlossen – und bleibt es vorerst wohl auch.

Giesing – Seit Jahresbeginn steht das Löwenstüberl leer, damals hatte Kult-Wirtin Christl Estermann das Lokal dicht gemacht. 

Ende April hieß es auf Hallo-Anfrage beim TSV 1860, dass bereits „erfolgversprechende Gespräche“ geführt werden (Hallo berichtete). Man stehe kurz vor dem Vertragsabschluss, hatte die Pressestelle mitgeteilt. Wenig später ließ der TSV verlautbaren: Zum 1. Juli soll das Stüberl wieder eröffnet werden.

Jetzt, kurz vor Beginn der neuen Saison, sind die Türen der Gaststätte immer noch verriegelt, sogar Estermanns alte Speisekarte hängt noch – die Fans sitzen nach wie vor auf dem Trockenen.

Für die Fanszene nicht nur ein Ärgernis, sondern Grund genug, dass es in der Gerüchteküche brodelt. Derzeit kursiert in den Fankreisen nämlich die Vermutung, der neue potenzielle Wirt sei dem Verein zu „investorenkritisch“ gewesen. Das passt zur Stimmung, die offenbar auch auf der Mitgliederversammlung spürbar war.

Die Pressestelle dementiert das und berichtet auf Anfrage: „Der ursprüngliche Plan mit dem neuen Pächter steht nach wie vor“, teilt Rainer Kmeth mit. Es gebe „kleinere Verzögerungen“, einen genauen Zeitpunkt, wann das Stüberl wieder öffnet, kann er nicht nennen. Die Frage, wer der neue Wirt sei, ließ er unbeantwortet.

Hanni Kinadeter

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