Das Kreuz mit dem Kasperln

Bayerischer Kult: Doctor Döblingers Kasperltheater feiert 25. Geburtstag

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Josef Parzefall (rechts) stammt ursprünglich aus Straubing.

Kinder lieben sie: Die Vorstellungen von Doctor Döblingers Kasperltheater. Heuer steht der 25. Geburtstag der Einrichtung an. Zu diesem Anlass hat Hallo mit Josef Parzefall gesprochen.

Giesing – Vor 25 Jahren haben Josef Parzefall und Richard Oehmann „Die Merowinger“ gelesen. Ein besonders schelmischer Charakter des Romans: Doctor Döblinger. Schon war der Name für das wohl erfolgreichste Kasperltheater Bayerns geboren: 15 Hörspiele und unzählige Aufführungen später feiert Doctor Döblingers geschmackvolles Kasperltheater jetzt 25. Geburtstag. 

Pünktlich dazu erscheint am 12. Juli das neue Hörspiel „Kasperl und das Traumwetter“. In Hallo verrät der Giesinger Parzefall (58), warum er Kasperltheater zu konventionell fand und was hinter dem Vorhang passiert. von Sophia Oberhuber

Herr Parzefall, 25 Jahre Kasperltheater: Wird Ihnen da nicht irgendwann langweilig?
Natürlich gibt es auch mal Phasen, in denen es einem zu viel wird. Aber es ist ein sehr schönes Gefühl, dass es nach 25 Jahren sogar besser hinhaut als am Anfang.

„Am Anfang waren die Stücke zu konventionell“

Da sollten Sie im Theater im Bus erstmals Kasperltheater spielen.
Mein erster Gedanke war: Ohje, jetzt bist aber tief gerutscht (lacht). Die Stücke waren so konventionell, dass wir sie während dem Spielen sofort umimprovisiert haben. Dann haben wir beschlossen, gleich eigene gute Stücke zu schreiben. Seitdem läuft das sehr gut.

Obwohl es ja schon ein wenig verstaubt ist.
Erst dachten wir uns, der blöde Kas ohne Anspruch (lacht). Dann haben wir gemerkt, was man aus diesen Charakteren machen kann. Dass man denen einen anderen Dreh geben und sie wieder interessant werden lassen kann. Dann kann das etwas ganz anderes werden. Und das hat uns dann begeistert. Jeder kennt die Figuren und die Form des Theaters. Man braucht nicht großartig Werbung zu machen. Das war der große Vorteil, den wir aber später erst entdeckt haben.

Wie lange arbeiten Sie denn an einem Hörspiel?
Mei, wir arbeiten am reinen Text meistens so drei bis vier Tage – aber ohne die Lieder. Wir kennen unser Personal und wir kennen den Stil. Die Figuren sind uns vertraut.

„Egal was passiert, da wird einfach weitergespielt“

So vertraut, dass Sie und Richard Oehmann im Alltag in die Stimmen der Charaktere verfallen?
Manchmal reden wir miteinander wie die Figuren (lacht). Man muss aber auch in den Charakteren und Stimmen improvisieren können. Wenn die Kinder etwas reinrufen, dann können wir das nicht übergehen. Es kann sein, dass manche Szenen deshalb so ganz umgeschrieben werden. Egal was passiert, da wird einfach weitergespielt.

Dieses Konzept spricht nicht nur Kinder an, sondern auch Erwachsene sind von Ihren Stücken und Hörbüchern begeistert.
Wir wollen, dass die Eltern die Aufführung nicht nur aussitzen müssen, sondern auch Spaß dabei haben.

Im Jahr haben Sie bis zu 250 Vorführungen. Wie anstrengend ist das?
Man muss sich vorstellen, dass wir eine Dreiviertelstunde lang die Puppen nach oben halten und nebenbei noch den Text sprechen. Es ist ein körperlich nicht ganz unanstrengender Job. Wir habens alle im Kreuz.

Wie entspannen Sie denn?
Ich schlafe (lacht).

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