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„Die Bayern-Fans sind langweilig“

TSV 1860 München: Vereinsliebe der Fans zwingt Management zu juristischen Maßnahmen

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Hauptsache Provozieren und Auffallen – darum geht es den Fans, wenn sie überall ihre Tags verteilen, berichtet ein Fankult-Forscher

Niemand liebt seinen Verein so heftig und ohne Rücksicht auf Gesetze wie die Sechzger. Ihr Verhalten bringt ihnen nun Ärger ein. Warum sie dennoch weitere Konflikte in Kauf nehmen...

Giesing – In der Löwenfan-Szene brodelt es. Wie Insider berichten, sind sie vor allem darüber verärgert, dass das Management des TSV 1860 gerade gegen eigene Fanclubs juristisch vorgeht, weil es Markenrechte verletzt sieht.

Warum sich die Fans dennoch ganz ihrem Verein verschreiben und dafür sogar Konflikte mit dem Gesetz oder immer wieder Bußgelder in Kauf nehmen, etwa, wenn sie beim Aufkleben ihrer „Tags“, also Sticker, erwischt werden, das kann Harald Lange, Professor an der Uni Würzburg und führender Forscher zum Fankult, erklären.

Harald Lange, Professor an der Uni Würzburg und führender Forscher zum Fankult.

„Fans verstehen ihr Fantum als etwas ganz anderes als das Management“, sagt er. „Es geht um die Frage: Wem gehört der Fußball? Einigen wenigen oder dem Stadtteil, in dem er gewachsen ist.“ Gerade die Aufkleber seien beliebtes Mittel, um das Revier zu markieren. Auch, wenn der Verein nicht begeistert ist darüber. 

„Natürlich heißen wir es nicht gut, wenn hier öffentliches oder privates Eigentum mit Aufklebern beschmutzt wird“, heißt es bei der Pressestelle. Aber: „Wir sind auch nicht dafür haftbar zu machen, weil wir nicht der Verursacher sind.“ 

Verursacher sind stattdessen die Fans, die in die eigene Tasche greifen müssen, werden sie erwischt. Für die einen also echte Vereinsliebe, für die anderen eher unerwünscht. Zwar lassen sich die Fans vom Prozessieren des 1860-Managements, der unter anderem einen Fanclub anklagt, der eigene T-Shirts mit offiziellem Löwenlogo verkaufte, nicht beirren. Doch die Stimmung in der Fan-Szene ist angespannt. 

Gerade Aufkleber seien ein beliebtes Mittel, um das Revier zu markieren, erklärt Lange.

„Wir sind alle gespannt auf die Mitgliederversammlung Ende Juni“, sagt ein Insider aus den Ultra-Kreisen, der mit dem Vorgehen des Managements alles andere als einverstanden ist. „Ich finde das richtig Scheiße“, sagt er erbost. 

Das ist es auch, was dem Fan-Experten im bundesweiten Vergleich auffällt: „Die Ultras der Löwen sind deutlich engagierter und lebhafter als andere Fanclubs aus der gleichen Liga“, betont der Professor. Außerdem müsse der 1860-Fan in München demonstrieren: Uns gibt es auch, nicht nur den großen FC Bayern. 

Das hat er offenbar geschafft: „Die Löwen haben das Image echter Fanliebe, während Bayern-Fans eher als langweilige Unterhaltungs-Mainstream-Fans gelten“, sagt zumindest der Professor.

Hanni Kinadeter

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