Politik unterstützt Brauerei-Neubau

Brauerei statt Tankstelle –Oberbürgermeister Reiter dafür

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So soll die „Münchner Kindl“-Brauerei an der Tegernseer Landstraße aussehen. Bisher herrscht dort eine Betonwüste. 

Das Bauvorhaben einer Brauerei an der Tegernseer Landstraße stößt auf Begeisterung innerhalb des Stadtrates. Nun müssen Hindernisse beseitigt werden, die den Bau aktuell noch blockieren.

Fasanengarten –  Eine „Münchner Kindl“-Brauerei will der Traunsteiner Dietrich Sailer gerne an der Tegernseer Landstraße kurz vor Unterhaching bauen. Er würde dafür sogar Betonflächen entsiegeln. Doch der Flächennutzungsplan steht entgegen. Das Areal liegt in einer „ökologischen Vorrangfläche“. Kurios: Eine Erweiterung der dortigen, derzeit stillgelegten Tankstelle könnte genehmigt werden. 

Diesen Widerspruch will nun die Münchner Politik auflösen: Der Stadtrat berät voraussichtlich im Frühjahr über eine Änderung des Flächennutzungsplanes. Was zunächst schizophren klingt, lässt sich durch das Baurecht erklären. Der Nutzung als Brauerei steht eine ökologische Vorrangfläche entgegen. Das würde prinzipiell auch für die Tankstelle gelten. Doch die genießt Bestandsschutz und dürfte auch umgebaut werden. 

Sailer hat deshalb ersatzweise beantragt, die Tankstelle um eine Autowaschanlage zu erweitern. Doch die CSU im Bezirksausschuss (BA) Obergiesing-Fasangarten würde die Brauerei bevorzugen. „Die Ausweisung der ökologischen Vorrangfläche ist wohl vom Schreibtisch aus erfolgt“, vermutet Fraktionssprecher Stefan Reinwald. „Da lagen wohl Pläne vor, auf denen noch eine Grünfläche eingezeichnet war.“ Das Areal ist aber komplett versiegelt und mit einer Tankstelle bebaut. „Deren Ausbau wäre auch nicht im Sinne der Anwohner“, sagt Reinwald. 

Dietrich Sailer

Da Sailer auch den Bau einer Gaststätte, einer Pferdekoppel, einer Bienenweide und eines Hopfengartens plant, sieht Reinwald darin die wesentlich bessere Lösung: „Der Fasangarten würde gastronomisch und optisch aufgewertet.“ Die Lage der geplanten Brauerei direkt an der Autobahn sei zudem optimal, da der Lieferverkehr durch keine Wohngebiete fahren müsse. 

Sailer hat mittlerweile eine Petition an den Bayerischen Landtag gestellt. Diese soll im Umweltausschuss behandelt werden. Wann? „Darüber ist noch nichts bekannt“, sagt Sailer auf Hallo-Nachfrage. Den Antrag der CSU im BA begrüßt Sailer: „Die Parteien unterstützen uns durch die Bank“, sagt er.

Das Problem seien nicht die Kommunalpolitiker, sondern die Verwaltung – „aber die haben wir ja alle nicht gewählt“. Besagte Verwaltung ist jedoch an die Vorgaben des Flächennutzungsplanes gebunden. Allerdings gibt es für dessen Änderung nicht nur im BA parteiübergreifende Zustimmung. 

Auch die Fraktionen der CSU und der SPD im Stadtrat haben einen entsprechenden Antrag gestellt. Das Verfahren soll laut Thorsten Vogel, Sprecher des Planungsreferats, zügig in Gang gebracht werden. „Der Stadtrat wird voraussichtlich im Frühjahr über die Flächennutzungsplanänderung beraten“, sagt er.

Auch Oberbürgermeister Dieter Reiter äußert sich sehr interessiert zu dem Bauvorhaben:
„Ich finde die Idee, auf dieser bereits versiegelten Fläche einer ehemaligen Tankstelle eine Brauerei mit Gaststätte zu bauen, äußerst charmant. Und nachdem sich vor Ort alle einig sind und sowohl die Bezirksausschüsse als auch viele Anwohnerinnen und Anwohner das Projekt unterstützen, habe ich das Planungsreferat beauftragt, alles dafür zu tun, dass das Projekt schnellstmöglich genehmigt werden kann. Ich bin zuversichtlich, dass es im Stadtrat hierfür eine breite Mehrheit geben wird.“

Andreas Daschner

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