Trainermangel

100 Jahre SV Helios Daglfing – Zum Jubiläum gerät Verein ans Limit

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Martin Weinberger mit Vater und Sohn – auch sein Opa spielte schon im Verein, der jetzt 100 Jahre alt wird.

Eine lange Geschichte und noch viel mehr Tradition: 100 Jahre kann sich der SV Helios Daglfing mittlerweile auf die Fahnen schreiben. Doch leider mangelt es derzeit an Trainern...

Daglfing – Gerade mal ein halbes Jahr alt war Martin Weinberger, als er das erste Mal beim SV Helios Daglfing dabei war. Sein Vater ist Trainer, der Opa war es auch schon und inzwischen trainiert Weinberger dort seinen eigenen Sohn Jakob, acht Jahre alt. „Irgendwie ist das in unserer Familie quasi über die Muttermilch weitergegeben worden“, sagt Martin Weinberger.

Die Familie ist nicht die einzige, die über Generationen hinweg dem Verein treu ist. Schließlich hat der SV Helios Daglfing eine lange Geschichte – in diesem Jahr feiert er seinen 100. Geburtstag.

„Als mein Opa in Daglfing aufwuchs, war hier nichts – außer der Verein“, erzählt Weinberger. Damals war es noch ein reiner Fußballverein. Erst 1997, als die beiden Vereine, Helios und die Spielervereinigung Daglfing, aus der Not heraus fusionierten, stellte der Verein auf ein größeres Spektrum an Breitensport um.

Heute: Mehr Mitglieder & ein breiteres Sportangebot

Heute spielen zwar mit 440 Mitgliedern das Gros der insgesamt knapp 700 nach wie vor Fußball, aber es gibt viel mehr: Yoga, Zumba, japanischen Kampfsport, Stockschützen, Volleyball oder Karate. Was den Verein inzwischen umtreibt: „Uns gehen die Trainer aus“, sagt Weinberger. Fünf oder gar sechs Trainer könnte der Verein zur nächsten Saison ohne Weiteres beschäftigen. 

Woran es liegt, dass sich immer weniger Menschen im Sportverein ehrenamtlich engagieren, darüber kann der 40-Jährige nur spekulieren. „Heute arbeiten die Menschen mehr und eben auch beide Elternteile“, sagt Weinberger, der selbst zwei Kinder hat. „Ich bin froh, dass meine Frau mich unterstützt.“ Außerdem wechselt er sich mit seinem Vater beim Fußballtraining ab. 

Das ist es auch, was sich Weinberger, der das große Fest organisiert, von der 100-Jahr-Feier erhofft: „Es soll die Menschen motivieren und anspornen, sich wieder im Verein zu engagieren.“ Derzeit gibt es in der Fußballabteilung nämlich einen Aufnahmestopp. „Wir haben keine Kapazitäten mehr“, sagt er. Nicht zuletzt wegen des Prinz-Eugen-Neubaus rechnet der Verein aber mit weiterem Zuwachs.

Hanni Kinadeter

Samstag, 13. Juli, ab 10 Uhr Fußballjugendturnier, Hüpfburg, Pony­reiten, Steckerlfisch; ab 18 Uhr Traditionsduell SVHD gegen TSV 1860; Konzert; am Vereinsgelände, Westpreußenstraße 60.

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