Ein Denkmal für Filmdiva Margot Hielscher – zu ihrem 100 Geburtstag

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Margot Hielscher ist im August 2017, drei Wochen vor ihrem 98. Geburtstag, verstorben.

Filmstar Margot Hielscher hätte jetzt 100. Geburtstag – wie ihr Neffe sie feiert, welche Gedenken er plant...

Bogenhausen – Am Sonntag wäre Filmdiva Margot Hielscher 100 Jahre alt geworden. Jetzt will ihr Neffe ihr ein Denkmal setzen – eine Bronze-Statue à la Sigi Sommer. 

Peter von Schall-Riaucour will Margot Hielscher ein Denkmal setzen und ihren Nachlass dem Stadtarchiv übergeben. 

Als Schauspielerin stand Hielscher in mehr als 60 Filmen vor der Kamera, als Schlagersängerin trat sie gleich zweimal für die Bundesrepublik beim Grand Prix an und im BR war sie eine der ersten weiblichen Talkerinnen mit eigener Sendung. 

Eine solche Persönlichkeit soll geehrt werden, findet ihr Neffe Peter von Schall-Riaucour, der ihr unter anderem eine Bronze­Statue widmen will, ähnlich der Figur in der Rosenstraße. 

„Ich bin Feuer und Flamme dafür“, sagt der 58-Jährige entschlossen. Unterstützung erhofft sich der Planegger Gemeinderat von Alt-OB Christian Ude, der ein enger Freunde seiner Tante war.

 „Ich habe von Tantchen immateriell geeerbt und zwar vor allem Freundschaften“, sagt von Schall-Riaucour. 

Margot Hielscher gestorben

Die Bogenhauser Villa indes, in der Hielscher mit ihrem Gatten, dem Filmkomponisten Friedrich Meyer, lebte, ist marode und bröckelt vor sich hin – schon zu Lebzeiten hatte Hielscher sie für 15 Millionen Euro verkauft, um eine monatliche Leibrente zu erhalten. 

Der jetzige Eigentümer will die Villa nun offenbar plattmachen und einen Neubau errichten. „Deswegen ist es umso wichtiger, die Erinnerung an meine Tante lebendig zu halten“, sagt von Schall-Riaucour, der selbst mit seinem Vorhaben, die Villa unter Denkmalschutz zu stellen, gescheitert ist. 

„Sehr schade, vor allem weil der Architekt der Villa, Paul Stroher, so berühmt ist.“ Stroher hatte unter anderem das Stuttgarter Rathaus entworfen. 

Von Schall-Riaucour ist nicht der Einzige, der der Künstlerin gedenken will 

Die Nachbarn der Bogenhauser Diva fordern, die Adresse der Villa, nämlich die Gustav-Freytag-Straße 2, umzubennen in den Margot-Hielscher-Weg. 

Eine Idee, von der der Neffe freilich angetan ist: „Es ist nur das eine Haus, das abseits steht – niemand müsste seine Adresse ändern“, sagt der Planegger, der ebenfalls in der Filmbranche tätig ist. Den Geburtstag der Tante, für die er schon immer Bewunderung hegte, will er am Sonntag feiern. 

Aber das ist nicht alles

Gerade befindet er sich mit dem Stadtarchiv in Gesprächen, weil er diesem den Nachlass seiner berühmten Verwandten überlassen möchte. Darin befinden sich nämlich Briefe von berühmten Persönlichkeiten, von Erich Kästner, Liebesbriefe von Heinz Rühmann, aber auch ein Brief von Oskar von Hindenburg. 

Was die wenigsten wissen: Zu Margot Hielschers zahlreichen Verehrern gehörte auch der Nazi Joseph Goebbels. „Meine Tante hat sich immer verleugnen lassen, wenn er anrief – sie hat den Nazis immer widerstanden“, erzählt er. Kein Wunder: Ihr Opa versteckte Juden im Haus, der Vater arbeitete in einer jüdischen Firma.

„Das Herz der Königin“

Es war einer der ersten Filme, in denen Margot Hielscher auftrat. An ihrem Geburtstag zeigt das Kino in Gräfelfing, Bahnhofplatz 1, den Film um 11 Uhr als als Matinee-Vorstellung. 

Peter von Schall-Riaucour ist vor Ort und steht für Fragen zur Verfügung, im Anschluss ist ein geselliges Beisammensein im Restaurant „Joe Marino“ direkt gegenüber geplant. 

Nach den offiziellen Feierlichkeiten will von Schall-Riacour mit seiner Mutter auf die verstorbene Schwester anstoßen. Die Mutter wird bald 98 Jahre alt und ist nun in einem Altenpflegeheim. 

Margot Hielscher, Peter und Schwester Anita Gräfin von Schal Riaucour bei der Premiere 3 Programm im Cirkus Krone 2005

hki

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