Schluss mit Bahnchaos!

Bahnausbau: Bogenhauser kämpfen für Tunnel und fordern Referenten bei der Stadt

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Die Bürgerinitiative pro Tunnel geht auf die Barrikaden: Sie wollen eine Petition einreichen.

Wenn die Strecke zwischen Zamdorf und Johanneskirchen viergleisig ausgebaut wird, dann nur als Tunnel – das fordert die Bürgerinitiative für den Bahntunnel. 

Daglfing/Bogenhausen – Diese Bogenhauser schlagen Alarm: Claudia Engelhard, Petra Cockrell, Klaus-Walter Kröll und Roland Krack samt Ehefrau von der Bürgerinitiative für einen Bahntunnel von Zamdorf wollen die Bürger mobilisieren. Sie fürchten, dass der Güterverkehr stark zunimmt und eine regelrechte Lärmbelästigung im Viertel wird.

Deswegen laden sie zu einer Infoveranstaltung (siehe unten), verteilen Flyer und sammeln Unterschriften, um ihr erklärtes Ziel zu erreichen: „Wir wollen einen Tunnel, wenn ein viergleisiger Ausbau der Gleisstrecke kommt, dann muss er unterirdisch sein.“ 

Gemeint ist die Strecke zwischen Zamdorf und Johanneskirchen, für die – geht es nach der BI – lediglich ein Tunnel sinnvoll ist. Denn: „Die Prognosen sind völlig veraltet“, ist BI-Chef Kröll überzeugt. Sie müssten überarbeitet werden, ebenso wie die Planung. Was die Bürger der Initiative als großes Problem sehen: „Es gibt so viele verschiedene Einflussfaktoren und so viele Einzelprojekte der Bahn“, sagt Kröll. Diese müssten gebündelt werden – und dafür fordern die Bürger, eine Arbeitsgruppe in der Verwaltung mit ausschließlich Fachpersonal sowie möglicherweise einen eigenen Referenten, der für das Schienennetz zuständig ist.

Um nur einige Einflussfaktoren zu nennen, die laut BI den Güterverkehr im Münchner Osten beeinflussen: Zum einen soll der Südring in München vom Güterverkehr entlastet werden, damit dort mehr Personenzüge fahren können. Das, so rechnet die BI vor, hat zur Folge, dass mindestens doppelt so viele Züge pro Tag auf der Strecke durch Bogenhausen fahren. Nämlich statt wie bislang 83 am Tag sollen dann 198 Züge über die Gleise rollen.

„Das sind nur die Güterzüge – und das sind die lauten Züge und diejenigen, die nachts fahren“, ärgert sich Kröll. Hinzukomme, dass die Politik aus Klimaschutzgründen ohnehin den Güterverkehr mehr von der Straße auf die Schiene verlagern will. 

Und, ein laut BI recht entscheidender Punkt: Der internationale Verkehr wächst – und in München kreuzen sich zwei zentrale Verkehrsachsen, jene der West-Ost-Verbindung zwischen Paris und Budapest sowie die Nord-Süd-Achse von Triest nach Bremerhaven. 

Mit Bau des Brennerbasistunnels so wie den Strecken Inntal und Rosenheim müsse der Verkehr drastisch steigen. „Das muss man bei der Planung berücksichtigen“, so Kröll. Geld könnte die Stadt auch noch sparen. „Es ist ein europäisches Projekt, für das Italien und Österreich etliche Zuschüsse von der EU bekommen.“

Was Oberbürgermeister Dieter Reiter sowie Stadtbaurätin Elisabeth Merk von einer Arbeitsgruppe oder einem eigenen Referenten halten, das konnten die Sprecher aufgrund der kurzen Anfragezeit nicht beantworten. Auch die bayerische Eisenbahngesellschaft war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Hanni Kinadeter

Die Info-Veranstaltung findet am Mittwoch, 9. Oktober, 19 Uhr im Saal der „SG Schützenliesl II Englschalking“, Englschalkinger Straße 208, statt.

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