Seit dem 12. jahrhundert

Lilienstraße: Einst die Hauptstraße der Au

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Peter Klimesch hat der Lilienstraße ein Buch gewidmet.

Geschichte der ersten Verbindung zwischen München und dem Viertel: Heute ist sie die heimliche Hauptstraße der Au. Hallo hat das Geheimnis gelüftet.

Au -  Sie ist die geheime Hauptstraße der Au: die Lilienstraße, die es bereits im 12. Jahrhundert gab und die einst nahezu einzige Verbindung war, die von München in die damals eigenständige Ortschaft Au führte.

Lilienstraße - „Landstraße nach Tölz“

Ihren Namen hat die Lilienstraße freilich erst später bekommen, lange Zeit nannten die Bürger sie „Landstraße nach Tölz“. Dieser Straße hat nun Peter Klimesch (Foto: hki) einen Bildband gewidmet – es ist mittlerweile das fünfte Buch, das der Viertelexperte aus der Au über seine unmittelbaren Nachbarschaft veröffentlicht.

„Zum Riggauer-Haus in der Lilienstraße habe ich sogar einen persönlichen Bezug“, erzählt der ehemalige Realschullehrer. Noch ganz genau kann er sich daran erinnern, als sein Vater ihn beauftragt hatte, eine Marienstatue aus Niederbayern zum Antiquitätenhändler in der Lilienstraße zu transportieren. „Ich hatte gerade erst meinen Führerschein gemacht und bin zum ersten Mal eine solche Strecke gefahren – und dann auch noch der Stadtverkehr“, sagt Klimesch.

Das Riggauer-Haus eines der noch bestehenden Herbergshäuser

Das Riggauer-Haus ist eines der wenigen Herbergshäuser, die in der Lilienstraße bestehen geblieben sind. Erbaut wurde es irgendwann im 18. Jahrhundert. Die Tafel, die an der Fassade hängt mit der Jahreszahl 1764 wurde nachträglich angebracht und hat mit dem tatsächlichen Baujahr nichts zu, wie Klimesch zu berichten weiß. Am Riggauer-Haus, das die Hausnummer acht hat, endet die Zeile der alten Herbergshäuser aber schon.

Die Luftangriffe im Krieg haben die Lilienstraße nachhaltig beschädigt. „Nach dem Krieg zählte vor allem Eins: schnell Wohnraum schaffen“, sagt Klimesch. So entstanden die etwas hinterseitig gelegenen Wohnblöcke der GWG, die in den vergangenen Jahren aufgemöbelt wurden.

Riesenskandal vor einigen Jahren

Auch auf der gegenüberliegenden Straßenseite gibt es keine Herbergshäuser mehr – erst vor wenigen Jahren wurden dort die letzten abgerissen. „Ein Riesenskandal war das“, sagt der Viertelhistoriker. Die damalige Hausnummer 84, ein schmuckes Herbergshäuschen, wurde etwa abgerissen und durch einen modernen Bau ersetzt. „Die Blechkiste“, wie Klimesch es nennt. „Viele haben damals kritisiert, dass die Eigentümer das Häusl verfallen ließen, damit man es irgendwann nicht mehr sanieren kann.“ hki

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