Sterben überm Edeka?

Wo bringt man ein Hospiz in der Innenstadt unter?

+
Der Einkaufsmarkt ist eingeschossig – ein Gebäude, das man aufstocken könnte, geht es nach dem Hospizdienst.

Der Mangel an Hospizplätzen in München verlangt nach einem Ausbau der Kapazitäten. Der Hospizdienst DaSein sucht deshalb nun neue Lokalitäten, der Edeka in Au-Haidhausen ist eine davon. 

Au-Haidhausen: Wartelisten fürs Sterben? In München gibt es das, ist zumindest Isabell Zacharias, Koordinatorin des Münchner Hospizdienstes DaSein überzeugt. „Wir haben in ganz München nur 28 stationäre Betten im Hospizbereich“, sagt sie. „Das reicht nicht.“ Deswegen sucht die frühere Landtagsabgeordnete für den Hospizdienst nun ein Grundstück. 

Dort will „DaSein“ eine Hospizstation mit zwölf Betten und Raum für ambulante Betreueung errichten. Unlängst hat der Hospizdienst nun in verschiedenen BAs vorgesprochen und die eigenen Standortideen vorgeschlagen. Auch in Au-Haidhausen schlägt der Dienst einen Standort vor: Den Lebensmittelmarkt in der Entenbachstraße 28, genauer gesagt ein Stock darüber. 

„Wir brauchen ein solches Angebot in der Innenstaht“, sagt Zacharias. Ginge es nach ihr, wäre es am besten, ebenerdig einen Café­betrieb einzurichten und darüber die Station. „Leben und Sterben soll in einem Haus stattfinden.“ Der Vorsitzende des Unterausschusses Planung im BA 5, Heinz-Peter Meyer (SPD), sieht das aber nicht als einfach zu realisieren. „Es ist ein nicht unterkellerter Billigbau, der damals nur zu dem Zweck errichtet wurde, um schnell Verkaufsflächen zu erhalten,“, berichtet er auf Hallo-Anfrage. „Wenn, dann müsste er einem Neubau weichen, ein wirtschaftliches Aufstocken geht jedenfalls nicht.“ 

Der einfache Bau ist nicht für diese Maßnahme geeignet.

Zufällig habe der BA demzufolge im vergangenen Jahr einen Bauantrag des Marktes vorliegen gehabt, bei dem die Freifläche umgestaltet werden sollte. „Auf Grund der damals vorliegenden Pläne, verbunden mit meiner über 40-jährigen Erfahrung als Bauingenieur, sehe ich keine Möglichkeit diesen Bau aufzustocken“, sagt Meyer. 

Für den Hospizdienst indes, ist das aber keine grundlegende Niederlage. Vielmehr sei die Entenbachstraße „ein Synonym für Grundstücke, die nur mit einem Geschoss bebaut sind“, sagt die Koordinatorin des Vereins. Architekturstudenten der TU München hatten für den Hospizdienst verschiedene Gebäude entwickelt mit „spektakulären Ideen“, wie Zacharias lobte, die eben solche Bauten ergänzen: „Tankstellen, aber auch Parkplätze, über die man bauen kann, oder über Schienen.“ Insgesamt habe der Hospizverein jedoch dutzende solcher Grundstücke identifiziert. Der Edeka ist also nicht die einzige Option. 

hki

Weitere aktuelle Nachrichten aus den Stadtteilen:

Ihr Viertel ist nicht dabei? Eine große Auswahl weiterer Lokalthemen finden Sie in unserer Übersicht.

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Raub in München: Warenzusteller mit Waffe bedroht
Raub in München: Warenzusteller mit Waffe bedroht

Kommentare