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Beliebter Fitnesstreff steht nach 33 Jahren vor dem Aus - kann der BA die Schließung verhindern?

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Von: Katrin Hildebrand

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Sporteln ist an der Kühbachstraße 11 nur noch bis Juni möglich. Das Studio muss raus, der Vermieter will Platz für Büroräume.
Sporteln ist an der Kühbachstraße 11 nur noch bis Juni möglich. Das Studio muss raus, der Vermieter will Platz für Büroräume. © Katrin Hildebrand

Das Sportstudio „Body up Fitness und Gesundheit“ muss schließen, da der Vermieter den Mietvertrag nicht verlängern möchte - helfen soll jetzt die Lokalpolitik.

Untergiesing - Seit vielen Jahren geht Monika Manz mindestens einmal die Woche trainieren. Dafür überquert sie sogar den Fluss. Von der Isarvorstadt radelt die Schauspielerin nach Untergiesing in die Kühbachstraße 11. Im obersten Stockwerk kann sie auf 1500 Quadratmetern trainieren – und in die Sauna. „Es ist sehr gepflegt und preiswert“, sagt sie. Doch Ende Juni soll damit Schluss sein. Das Studio muss schließen, weil der Mietvertrag ausläuft.

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*HalloMuenchen.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. © Hallo München

Kündigung vom Vermieter: Fitnessstudio steht nach 33 Jahren vor dem Aus

„Es besteht vonseiten des Vermieters kein Interesse einer Vertragsverlängerung“, sagt Martine Praktiek, Geschäftsführerin bei „Body Up Fitness und Gesundheit“, der Betreibergesellschaft. Laut Studio habe sich der Eigentümer aufgrund wirtschaftlicher Parameter für eine Umwandlung in Büroräume entschieden. So steht es in einer E-Mail an die Mitglieder.

Dort heißt es weiter: „Es ist schon sehr traurig, wenn ein anonymer Vermieter nur noch seinen Profit sieht.“ Zunächst habe der Eigentümer eine Mieterhöhung von über 100 Prozent angekündigt, dann aber habe das Studio von seinem Aus erfahren. Praktiek blickt dennoch positiv auf das Finale: „Unser Wunsch ist es die Mitgliedsbeiträge korrekt abzuwickeln und in den verbleibenden Monaten weiterhin ein einzigartiger Treffpunkt für alle Fitnessbegeisterten zu sein.

Beliebtes Fitnessstudio muss schließen: BA soll helfen

Hilfe soll nun aus der Lokalpolitik kommen: Melly Kieweg (Bündnis fürs Viertel) vom BA Untergiesing-Harlaching, hat beim BA einen Eilantrag eingereicht: Dieser möge seine ganzen Möglichkeiten einsetzen, um die Kündigung rückgängig zu machen, und einen Brandbrief an den Oberbürgermeister schreiben. Gegenüber Hallo sagt sie: „Wo bleibt die soziale Verantwortung der Vermieter? Mit der Kündigung geht ein seit 33 Jahren gewachsener Viertel­treffpunkt verloren.“ Wie der BA abstimmte, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.

Nach Kündigung: Anonymer Vermieter will Büroräume anstelle des Fitnessstudios

Kundin Manz kann das Ende noch immer nicht fassen. „Es ist ungeheuerlich, ein intaktes Studio in Büroräume umzuwandeln. Das ist auch ein sozialer Treff.“ Praktiek vom Fitnessstudio dagegen bleibt nüchtern: „Wir beabsichtigen, uns mit dem Vermieter bezüglich Auszug und Rückbau vernünftig zu einigen.“

Das Gebäude aus den 1950ern wurde mehrfach veräußert: 2011 ging es von einem Londoner Immobilienfonds ans Luxemburger Unternehmen Jargonnant, 2016 an die Patrizia, die es laut „Immobilienreport“ „im Auftrag für Dritte“ erworben habe. Anschließend erhielt das Haus ein wieder neues Management. Wer die Immobilie aktuell hält, konnte Hallo bisher nicht eindeutig ermitteln.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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