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Mehr Fan-Toiletten rund ums Grünwalder gefordert: Neben Klo-Wagen auch naturnahe Lösung möglich?

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Von: Katrin Hildebrand

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Rund ums Stadion wird häufig wild uriniert. Auch die Wege vom Candidplatz hinauf zum Grünwalder müssen mitunter als Freiluft-
Toilette herhalten.
Rund ums Stadion wird häufig wild uriniert. Auch die Wege vom Candidplatz hinauf zum Grünwalder müssen mitunter als Freiluft- Toilette herhalten. © Katrin Hildebrand

Die Stadt sucht nach Lösungen gegen das Wildpinkeln um das Grünwalder Stadion. Neben Klohäuschen sollen auch Pinkelbeete vorstellbar sein. Wie diese funktionieren sollen:

UNTERGIESING-HARLACHING „Der Bus erreicht das Stadion, die Tür öffnet sich und alle Fans eilen zum nächsten Baum.“ So schildert Michael Sporrer das typische Prozedere vor einem Fußballspiel. Der SPD-Sprecher im BA Untergiesing-Harlaching und seine Fraktion wollen die aktuelle „Wildpinkel-Situation“ am Städtischen Stadion an der Grünwalder Straße optimieren. Dafür gebe es zahlreiche Lösungen. Einen entsprechenden Antrag hat die SPD beim BA eingereicht. Wie das Viertel­gremium entschieden hat, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Ein Vorschlag der Fraktion: das Wildbieseln der Ankommenden in geregelte Bahnen zu lenken. „Deshalb sollten im Bereich der Fanbusse, am Candidplatz sowie am Wettersteinplatz mobile Toilettenwagen aufgestellt werden“, meint Sporrer. Außerdem soll geprüft werden, inwieweit sich Pinkelbeete in­stallieren lassen könnten.

Lösung gegen Wildbiesler am Grünwalder Stadion: Pinkelbeete statt Klohäuschen?

Im Stadion spielen derzeit der FC Bayern München II und die erste Mannschaft des TSV 1860 München. Den Sechz­gern liege der Antrag zwar noch nicht vor, erklärt Sprecher Rainer Kmeth auf Hallo-Anfrage. Er erklärt jedoch: „Der TSV 1860 München fühlt sich dem Stadtviertel Giesing verbunden und möchte daher die bestmöglichen Verhältnisse für seine Fans aber auch für die Anwohner rund um das Stadion erreichen.“ Gerade Letztere ärgern sich oft am meisten über die Wildbiesler.

Die Stadt München hat die Lage vor Ort analysiert. Mobile Toilettenhäuschen außerhalb des Stadions kann sich das Referat für Bildung und Sport (RBS) vorstellen – allerdings nur in begrenztem Umfang: „Die Hanglage am Candidberg ist sicher nicht geeignet, dort mobile Toilettenhäuschen zu platzieren“, erklärt RBS-Sprecher Thomas Groß auf Hallo-Nachfrage. Einer der wenigen möglichen Orte sei der Grünstreifen nach der Bus-Haltestelle Tegernseer Landstraße am oberen Ende der Candidstraße. Pinkelbeete dagegen seien „aktuell keine Überlegung und sicher auch als Lösung schwer vermittelbar“.

Sporrer sieht das anders. „Auf den Grünflächen ums Stadion könnte man stationäre Pinkelbeete einrichten die kurzfristig große Mengen Urin aufnehmen und an eine Pflanzenkläranlage angeschlossen sind.“

Wildbieseln nicht unterdrücken

Professorin Nathalie Eßig von der Hochschule München und das Planungsbüro Pan haben sich mit Pinkelbeeten befasst. Diese Spezialeinrichtung soll „den bereits bekannten Pflanzenkläranlagen“ nachempfunden sein, wie Beate Jeuther von Pan gegenüber Hallo erklärt. Letztere reinigen Abwässer mechanisch und biologisch. Ähnliches gälte auch für die Pinkelvorrichtungen, die wie Blumenkästen ausschauen, in Hüfthöhe hängen und für Männer geeignet sind. Sie sollen an „Hot-Spots der Wildpinkler“ installiert werden und deren Gewohnheiten nicht unterdrücken, sondern quasi in geregelte Bahnen leiten. Andere Menschen wiederum würden so weniger belästigt, gerade hinsichtlich des Geruchs. Laut Jeuther aber müssten die ersten Beet-Ideen noch „weiter ausgearbeitet und in der Praxis getestet werden“.

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