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Verstimmung nach Fanmarsch: Anwohner sauer auf Anhänger des TSV 1860 München

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Von: Katrin Hildebrand

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Brar Braren (li.) und Melly Kieweg ärgern sich über den Schaden.
Brar Braren (li.) und Melly Kieweg ärgern sich über den Schaden. © Katrin Hildebrand

Der Ärger bei den Untergiesingern ist groß, denn nach einem Fanmarsch der Sechzger-Fans wurden Mosaiken beschädigt und eine Menge Müll hinterlassen.

Untergiesing Ein Pokalspiel hat seine Spuren hinterlassen. Als der TSV 1860 München kürzlich gegen Borussia Dortmund antrat, zog sich eine Schneise der Verwüstung durch Untergiesing: Laut Anwohnerberichten hinterließ ein Fan-Zug der 60er leere Bierflaschen, Scherben, und Müll. Kurz darauf stellten Bürger fest, dass auch Mosaiken an den Sitzbänken des Hans-Mielich-Platzes beschädigt waren. Im BA Untergiesing-Harlaching ist nun ein Streit entbrannt, wer zur Verantwortung gezogen werden soll beziehungsweise kann.

„Zwei Tage vor dem Fan-Marsch waren alle Mosaiksteine noch in Ordnung“, sagt Brar Braren von der Bürgerinitiative „Mehr Platz zum Leben“, die die Kunstwerke betreut, gegenüber Hallo. „Ein oder zwei Tage danach kam ich vorbei und sah die Bescherung.“ Sieben von 15 Platten waren teilweise beschädigt. Eine Latte war aus einer Bank heruntergerissen. Der Schaden besteht bis heute.

Kaputte Mosaiken nach Fanmarsch: Ärger über Verwüstung und Vermüllung groß

Den Müll und die Scherben dagegen haben teils die Untergiesinger selbst, teils die Stadtreinigung beseitigt. Schließlich schickten Anwohner einen Brandbrief an den BA und fragten: „Warum wird der Verein nicht verpflichtet, nach dem Abzug seiner feiernden Fans aufzuräumen?“ Sich mit ihrem Problem ans Viertelgremium zu wenden, das habe ihnen die Polizeiinspektion 23 geraten.

Bei den kaputten Mosaiken fehlen einzelne Steine nach dem Fanmarsch - davor waren die Kunstwerke noch komplett.
Bei den kaputten Mosaiken fehlen einzelne Steine nach dem Fanmarsch - davor waren die Kunstwerke noch komplett. © privat

Die BA-Politiker reagierten zum Teil irritiert auf die Anfrage der Anwohner. „Wir sind doch nicht für Straftaten oder Vergehen zuständig“, meinte Günther Görlich (Freie Wähler). Michael Sporrer (SPD), Sport- und Vereinsbeauftragter sagte: „Sechzig kann nicht dafür aufkommen. Der TSV haftet nicht für seine Fans.“

Schon in der August-Sitzung hatte der BA mit Fan-Vertretern über den Fan-Zug durch Untergiesing diskutiert. Damals war aber noch nicht bekannt, dass an den Mosaiken und Bänken Schaden entstanden war. „Wir haben im August gemeinsam vereinbart, dass sich die Fans im Oktober an einer Ramadama-Aktion in Untergiesing beteiligen“, sagte Babette Lischka (Grüne).

Kaputte Mosaiken nach Fanmarsch: Verein kümmert sich um Vorfall

Melly Kieweg (Bündnis fürs Viertel), ebenfalls Mitglied der Bürgergruppe, die die Mosaiken initiierte, reicht das nicht. „Es kostet, diesen Schaden zu beheben“, sagt sie gegenüber Hallo. Brar Braren ergänzt: „Bei Straßenfesten gibt es unzählige behördliche Auflagen, damit so etwas überhaupt stattfinden kann. Aber bei einem Fanzug offensichtlich nicht.“

Auf Kiewegs Initiative hat der BA nun beschlossen, den TSV 1860 München über den entstandenen Schaden zu informieren – und um Lösungsvorschläge zu bitten. Gegenüber Hallo vermeldete der Verein: Das Anliegen sei bekannt, „unsere Fanbetreuung kümmert sich sehr stark um den Standort Giesing. Dennoch liegen uns aktuell keine näheren Informationen vor.“

Die kaputten Mosaiken wurden nun mit Klebeband versehen.
Die kaputten Mosaiken wurden nun mit Klebeband versehen. © Katrin Hildebrand

An der Thematik werde jedoch gearbeitet Die Polizei wiederum schließt eine Schuld der Fans eher aus: „Vielmehr deuten die Spuren auf Abnutzung- und Gebrauchsspuren hin. Auch ein Zusammenhang zum Fan-Marsch zeigte sich nicht.“

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