Absage für Kiosk in Untergiesing

Das Ende fürs Pavillon-Café? - Stadt München lehnt Kiosk-Ausschank am Hans-Mielich-Platz ab

Das Pavillon-Café  soll im östlichen Bereich in der Nähe des gelben Gebäudes am Hans-Mielich-Platz errichtet werden.
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Das Pavillon-Café soll im östlichen Bereich in der Nähe des gelben Gebäudes am Hans-Mielich-Platz errichtet werden.
  • vonKatrin Hildebrand
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Nach portugiesischem Vorbild sollte in der Fußgängerzone am Hans-Mielich-Platz ein Pavillon-Café entstehen. Warum dies nun von der Stadt abgelehnt wurde.

Untergiesing - Der Verkehr ist beruhigt. Bänke stehen bereit. Es gibt Kunst und ein Schachbrett. Doch bisher fehlte dem Hans-Mielich-Platz zum perfekten Freizeitflair noch das gewisse Etwas – bis Julian Göttlicher die zündende Idee kam.

Er will den Fußgängerbereich mit einem Pavillon-Café und -Kiosk im portugiesischen Stil aufhübschen. Am Kiosk soll es kleine Speisen und Getränke geben, auch Bier und Wein. Das aber wurde dem Ganzen nun zum Verhängnis.

Die Lokalbaukommission der Stadt München erteilte Göttlicher eine Absage – mit Verweis auf das Kreisverwaltungsreferat. Das argumentiert: Der Betrieb von Gaststätten auf öffentlichen Verkehrsgrund sei sondernutzungsrechtlich nicht zulässig.

So wäre „ein Pavillon auf öffentlichem Grund nur genehmigungsfähig, wenn es sich um einen reinen Verkaufskiosk handeln würde“. Der Pavillon aber soll gerade als Café den Platz beleben.

Trotz der schlechten Nachricht gibt Julian Göttlicher nicht auf. „Meine Lust ist kurz geschwunden, aber ich will es noch mal angehen. Notfalls schreibe ich dem Oberbürgermeister.“

Julian Göttlicher will am Hans-Mielich-Platz ein Pavillon-Café eröffnen.

Der BA Untergiesing-Harlaching steht hinter dem Projekt. Mitglied Melly Kieweg (parteilos) klagt: „Überall werden Schanigärten eingerichtet. Und hier könnte ein schöner Ort entstehen. Aber das wird abgelehnt.“

Auch BA-Chef Sebastian Weisenburger (Grüne) will den Pavillon, kann die Verwaltung aber verstehen. „Man schüfe mit der Genehmigung eines Kiosks samt Ausschank auf einer öffentlichen Verkehrsfläche einen Präzedenzfall.“

Genau diese Problematik könnte nun die Lösung in sich bergen. Ein Teil der Standfläche des Kiosks am Platz müsste umgewidmet werden – von einer öffentlichen Verkehrsfläche zu einer städtischen. „Es gibt ein Café nicht weit vom Platz, das steht auch auf einer öffentlichen Fläche, aber da ist eben auch ein Teil in privater Hand und daher ist es zulässig“, erklärt Julian Göttlicher.

Der Pavillon stieß von Beginn an auf Beifall, sogar aus Portugal. Dort soll der Kiosk nach landestypischem Vorbild angefertigt werden. Begeistert vom „Lissabon-Pavillon als Lebenskultur“ ist auch der Münchner Verein Freundeskreis von Herigoyen.

Der Portugiese Emanuel Joseph von Herigoyen war unter Bayerns König Max I. Joseph Oberbaukommissar und schuf etwa das Münchner Palais Montgelas.

Das Vorbild: Pavillon auf der Plaza de Luis Camoes in Lissabon.

hil

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