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Mit hohem Anspruch - Seniorenbeirat Untergiesing-Harlaching stellt sich vor

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Von: Katrin Hildebrand

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Günther Görlich will Senioren-Sprechstunden im ASZ Harlaching einrichten und Fußwege von Radfahrern freihalten.
Günther Görlich will Senioren-Sprechstunden im ASZ Harlaching einrichten und Fußwege von Radfahrern freihalten. © Katrin Hildebrand

Sie vertreten die Interessen aller Münchner ab 60: die Mitglieder der Seniorenvertretung. Zu Beginn der neuen Amtszeit hat Hallo die neu oder wiedergewählten Beiräte getroffen – um über die Belange, Probleme oder Chancen in den jeweiligen Vierteln zu sprechen.

UNTERGIESING-HARLACHING Mit dem Thema Senioren ist Günther Görlich bestens vertraut. Sowohl beruflich als auch politisch. In seiner Arbeit vermittelt der Harlachinger Betreuungskräfte an ältere Menschen. Außerdem war er in der vergangenen Legislaturperiode Seniorenbeauftragter des BA Untergiesing-Harlaching. Als frisch gewählter Seniorenbeirat des Bezirks will er nun Verbündete suchen – und den direkten Kontakt zu den älteren Menschen.

Görlich ist gerade erst 60. Daher bezeichnet er sich scherzhaft als „Jungsenior“. Seine Ziele sind ambitioniert. „Bei der Wahl zum Beirat war die Beteiligung recht niedrig“, sagt er. „Wir haben ein Akzeptanzproblem.“ Das will er ändern. Eine seiner ersten Maßnahmen: eine regelmäßige Seniorensprechstunde einrichten. Diese soll ab November monatlich im Alten- und Servicezentrum Harlaching, Rotbuchenstraße 32, stattfinden.

Im ASZ sollen zukünftig Sprechstunden für Senioren eingerichtet werden, so fordert es Görlich.
Im ASZ sollen zukünftig Sprechstunden für Senioren eingerichtet werden, so fordert es Görlich. © Katrin Hildebrand

Neue Seniorenvertretung in Untergiesing-Harlaching: Die Ziele und Pläne

„Wir müssen rausgehen zu den Menschen und ihnen Angebote machen. Einsamkeit ist die neue Armut. Viele ältere Menschen sind Single, meist unfreiwillig, weil Partner oder Partnerin verstorben sind.“ Dabei könne man unter anderem in den ASZ ohne Schwierigkeiten die ganze Woche verbringen, so vielseitig sei das Angebot.

Um die Reichweite der Seniorenvertretung zu stärken, will er sich mit den anderen Seniorenbeiräten des Bezirks stärker zusammentun. „Als Student war ich im Außendienst tätig“, erklärt er. „Da hat man direkten Kontakt zu den Leuten gesucht.“ Dieses Prinzip will er in seiner neuen Aufgabe wiederbeleben.

„Für die Seniorenbeiräte des Viertels wäre ein monatliches Treffen gut. Jeder von uns ist unterschiedlich vernetzt. Ich kenne mich in der Pflege aus, andere haben Verbindungen zur Kirche oder Vereinen.“ All diese Vernetzungen müsse man nutzen, um neue Kooperationspartner zu finden. Nur so könnten die Beiräte die Anliegen der Älteren kundtun und durchsetzen.

Auch ein ganz konkretes Anliegen hat Görlich: Radler runter von den Gehsteigen im Viertel. „Das ist gefährlich, vor allem für Ältere. Ganz schlimm ist es bei mir in der Nähe an der Theodolindenstraße.“ Selbst dort, wo diese zur Fahrradstraße umgewidmet wurde, seien viele Zweiräder noch am Bürgersteig unterwegs.

Grundsätzlich würde der Harlachinger gerne die ganz großen Missstände anpacken: etwa die Tatsache, dass die Armut unter Senioren zunimmt. „Wir müssen das deutsche Sozialsystem reformieren. Viele Senioren können von ihrer Rente nicht leben, sie müssen Grundsicherung beantragen. Das kann es nicht sein!“

Ein weiterer Punkt: die Pflegemisere. „Die Angehörigen der Senioren sind komplett überlastet. Wir sollten uns an den skandinavischen Ländern orientieren.“ Dort funktioniert das Modell über Steuergelder, nicht übers Privatvermögen.

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