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Grüne und SPD wollen Werinherstraße entsiegeln und Radweg verbessern – CSU fürchtet Verkehrschaos

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Von: Katrin Hildebrand

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Neumann und Schmid wollen den befahrbaren Parkplatz, auf dem viele Wagen den Grünstreifen zuparken in eine Grünfläche verwandeln. Statt des abgebrochenen Radwegs wollen sie einen Radstreifen auf der Straße.
Neumann und Schmid wollen den befahrbaren Parkplatz, auf dem viele Wagen den Grünstreifen zuparken in eine Grünfläche verwandeln. Statt des abgebrochenen Radwegs wollen sie einen Radstreifen auf der Straße. © Katrin Hildebrand

Die Werinherstraße soll umgestaltet werden: Mehr Grün, ein Fahrradstreifen auf der Straße und weniger oberirdische Parkplätze, dafür eine Parkgarage. Die CSU fürchtet ein Verkehrschaos.

Obergiesing Alles voller Autos. Nicht nur auf der Straße. Auch auf dem langgezogenen Parkplatz. Zwar darf die Werinherstraße kurz vor der Heilig-Kreuz-Kirche nur in eine Richtung befahren werden. Doch gehört sie auf teilweise vier Spuren den fahrenden, auf bis zu drei Spuren den parkenden Pkw. Die Fraktionen von Grünen und SPD des BA Obergiesing-­Fasangarten würden das gerne ändern. Ihr Plan: Autoflächen freigeben für Fahrräder und mehr Grün. Hallo München hat mit Grünen-­Fraktionssprecherin Larissa Schmid und Klaus Neumann (SPD), Unterausschuss-­Vorsitzender Mobilität, die entscheidenden Stellen besucht.

Mehr Grün an der Werinherstraße: „Permanenter Suchverkehr“

Ein Problem: der Fahrradweg nach Osten. Noch bevor er richtig begonnen hat, bricht er kurz nach der Mündung Werinher-, Tegernseer Landstraße (TeLa) ab. „Wer hier als Radler weiterkommen will, muss den befahrbaren Parkplatz nutzen“, erklärt Schmid. Gemeint ist der südliche Straßenabschnitt, der sich bis zur Heimgartenstraße zieht. Das ganze Stück wird nicht vom fließenden Verkehr genutzt, sondern dient als PKW-Abstellraum und ist durch einen Grünstreifen von der echten Straße abgetrennt, der oft als Stellfläche mitbenutzt wird.

Statt des abgebrochenen Radwegs soll ein Radstreifen auf der Straße kommen.
Statt des abgebrochenen Radwegs soll ein Radstreifen auf der Straße kommen. © Katrin Hildebrand

Ähnlich wie auf einem Supermarkt-Parkplatz fahren die Autos dort zu den Standflächen und wieder weg. „Hier herrscht permanenter Suchverkehr“, erklärt Schmid. Für Radler, die sich nach Osten kämpfen müssen, kein Vergnügen. Darum wünschen sich Neumann und Schmid einen eigenen Fahrradstreifen an der Südseite der richtigen Werinherstraße. Dafür aber müsste eine Auto­spur weichen. „Es soll eine einjährige Probephase geben“, erklärt Neumann. „Mit Tempo 30 für den motorisierten Verkehr gen Westen und einem Pop-up-Radweg nach Osten. So könnten wir sehen, ob das klappt.“

Mehr Grün an der Werinherstraße: Grünfläche bis zur Kreuzung

Sollte die Sache funktionieren, will die BA-Mehrheit den befahrbaren Parkplatz entsiegeln. Für das erste Stück direkt nach der TeLa gälte das nicht. Dort soll die bereits vorhandene Mobilitätsstation der Stadt vergrößert werden. Erst nach der Feuerwehreinfahrt soll ein großer Grünstreifen beginnen – vom ohnehin bereits mit Gras bewachsenen Randstreifen des Parkplatzes bis vor die Gehsteige der Wohnhäuser. Diese Fläche soll sich bis zur Kreuzung Heimgartenstraße erstrecken – mit Ausnahme zweier Einmündungen von Raintaler und Herzogstandstraße. „Die würden wir natürlich aussparen“, meint Schmid. Die Grünflächen könne man mit einem Weg, Bäumen und Bänken versehen – sowie mit Freizeitangeboten wie Tischtennisplatten.

Die verlorenen Parkplätze – an die 100 – wollen SPD und Grüne an gleicher Stelle, nur im Untergrund, neu schaffen. Vorbild ist eine automatische Parkgarage an der Donnersbergerstraße.

Der befahrbare Parkplatz soll ersetzt werden. Vorbild ist hier die unterirdische Parkgarage in der Donnersberger Straße.
Der befahrbare Parkplatz soll ersetzt werden. Vorbild ist hier die unterirdische Parkgarage in der Donnersberger Straße. © Katrin Hildebrand

Mehr Grün an der Werinherstraße: Einbindung erfolgt 2023

Im BA erhielt der Antrag die Mehrheit – gegen die Stimmen von CSU, FDP und Freien Wählern. CSU-Fraktionssprecher Stefan Reinwald hält die Pläne für realitätsfremd. „Der Verkehr wird zusammenbrechen.“ Durch die fehlende Autospur in der Werinher- könnte sich ein Stau bis zur Rosenheimer Straße bilden. Stadtrat Andreas Babor (CSU), Mitglied des Nachbar-BA Untergiesing-­Harlaching, meint: „So gelingt eine Verkehrswende nicht.“ Er hält den Antrag für eine „Insellösung“. Es brauche Gesamtkonzepte.

Auch das Mobilitätsreferat befasst sich aktuell unter anderem mit diesem Teilstück der Werinherstraße – im Zusammenhang mit der „Umsetzung des Bürgerbegehrens Radentscheid“. Wie Hallo München auf Nachfrage erfuhr, befinden sich die „bisher entwickelten Varianten, die auch den in dem neuen BA-Antrag genannten Abschnitt behandeln, derzeit in der verwaltungsinternen Abstimmung. Eine Einbindung von BA und Öffentlichkeit erfolgt 2023.“

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