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St.-Martin-Baustelle bringt Fußgänger in Gefahr – besonders betroffen sind Grundschulkinder

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Von: Katrin Hildebrand

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André Tutsch (li.) und Martin Schnell zeigen die Engstelle zwischen Zaun und Straße.
André Tutsch (li.) und Martin Schnell zeigen die Engstelle zwischen Zaun und Straße. © Katrin Hildebrand

Eine Baustelle, die den Schulweg von über 100 Kindern beeinträchtigt, sorgt für mächtig Ärger. Der BA hat bereits die Stadt darauf aufmerksam gemacht, das genügt aber nicht.

München / Obergiesing ‒ Die Eltern sind in Aufruhr. Knapp 150 Kinder müssen zwischen halb acht und acht am St.-Martins-Platz vorbei – und sich dort durch eine Engstelle zwängen. Ihr Weg zur St.-Martin-Grundschule führt seit Kurzem an der Baustelle des einstigen St.-Martin-Spitals vorbei. „Auf einer Seite gibt es nur einen kleinen Korridor, in dem sich zu Stoßzeiten Kinder, Radler und Passanten aneinander vorbei pressen müssen“, erklärt André Tutsch vom Elternbeirat im Gespräch mit Hallo. Kein Kurzzeitproblem. Die Baustelle am Spital soll dreieinhalb Jahre bleiben.

Die Eltern haben nun Hilfe beim BA gesucht. „Wir haben das an die Stadt weitergegeben“, sagte BA-Vorsitzende Carmen Dullinger-Oßwald (Grüne). Doch das genügt den Betroffenen nicht. Sie wollen einen Ortstermin mit Stadt und Bauleitung. Zwar gab es bereits einen solchen, doch ohne Beteiligung der Eltern.

Gefährlicher Schulweg in Giesing: Baustelle behindert Schulkinder

Wie absurd die Situation ist, erklärt Arnold Waßmer, Vater eines Drittklässlers: „Unser Sohn erzählte, dass er eines Tages auf dem Rückweg von der Schule plötzlich vor einem aufgestellten Bauzaun stand.“ Dieser sei auf dem Hinweg noch nicht dagewesen. „Er hatte keine Ahnung, wie er heimkommen sollte.“ Wie der Bub schließlich doch nach Hause fand, wissen die Eltern bis heute nicht. „Die Lage vor Ort ändert sich immer wieder“, erklärt Waßmer.

Die Hauptgefahrenstelle liege derzeit am St.-Martins-Platz zwischen Tramstopp und westlicher Grünfläche, erklären Elternbeirat Tutsch und sein Mitstreiter Martin Schnell im Gespräch mit Hallo. Dort drängten sich zu Stoßzeiten Schüler, Passanten und Radler zwischen Straße und Baustelle. Auf die Grünfläche könne keiner ausweichen – der Bauzaun versperre den Weg. Tutsch erklärt: „Das Absurde ist, dass genau gegenüber der Gefahrenstelle, auf der anderen Straßenseite, unsere Schülerlotsin steht. Sie darf aber nicht auf die Gefahrenseite wechseln. Das ist von offizieller Seite genau vorgeschrieben. Falls etwas passiert, kann sie also nur zuschauen.“

Gefährlicher Schulweg in Giesing: Polizei macht keine Hoffnung

Dass nicht nur Kinder Probleme mit der Situation haben, zeigt eine Ortsbesichtigung. Während Elternbeirat und Hallo die Lage eruieren, verirren sich mehrere Passanten im Bereich der Baustelle: Am Eck Severin-/St.-Martin-Straße ist ein Teil der Absperrung offen. Wer durchgeht, sieht nicht sofort, dass er am anderen Ende nicht hinauskommt und strandet. Auch an einem Baugerüst des Spitals, das Passanten bisher wie einen Tunnel nutzen konnten, stehen nun oft ratlose Menschen. Erst im letzten Moment nämlich erkennt man, dass der Tunnel nun durch ein Gitter versperrt ist.

Der BA hat einen neuen Ortstermin beantragt. Diesmal mit Eltern. Die Polizei aber macht wenig Hoffnung. Jan Möse von der Inspektion 23 sagte zum BA: „Die Situation wurde als nicht lösbar eingestuft. Sie wird sich immer wieder ändern.“

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