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Won ABC widmet Kurt Eisner zum 100. Todestag ein Graffito

Rebellen an der Front: Diese Wand erzählt bald Geschichte

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Bald ist sein größtes Solo­-Projekt fertig: Won ABC gestaltet die SWM-Fassade an Martin-Luther-Straße.

Obergiesing – Der Todestag von Kurt Eisner jährt sich am 21. Februar zum 100. Mal – Grund genug für den international gefragten Graffiti-Künstler Won ABC, Eisner als Kunstwerk zu verewigen

Skizzen hängen an der Wand, Jazz dudelt aus dem Ghettoblaster, es riecht nach Farbe, kistenweise Spraydosen stapeln sich hier. „Dafür brauche ich schon einige hundert Kilo Farbe“, sagt Markus Müller, alias Won ABC und zieht genüsslich an einer Zigarette.

Kurt Eisner und seine Mitstreiter: So soll die Fassade in der Martin-Luther-Straße aussehen.

Bald vollendet Won ABC sein größtes und aufwendigstes Soloprojekt: Die Fassade auf dem prominent gelegenen SWM-Gebäude in der Martin-Luther-Straße. Pünktlich zu Kurt Eisners Todestag, der sich am 21. Februar zum 100ten Mal jährt, soll es weitergehen.

Kurt Eisner ist die zentrale Figur in Won ABCs Werk, das die 38 auf 18 Meter hohe Mauern zieren soll. Eisner kickt in Fußballschuhen den König weg – passend zur Geschichte, war es doch er, der jüdische sozialistische Anarchist, Revolutionär und Schriftsteller, der 1918 den Freistaat Bayern ausgerufen hat. Die Geschichte der Räterepublik zieht sich durch das gigantische Wandgemälde: Sarah Rabinowitz, die das Frauenwahlrecht vorangetrieben hat, folgt auf Eisner. Gustav Landauer, Erich Mühsam und Ernst Toller reihen sich daran. „Die Räterepublik war keine Ein-Mann-Sache“, sagt Won ABC. „Auch wenn Eisner die Hauptfigur war, ist es mir wichtig, auch die anderen zu zeigen.“

Was ihn besonders an den Revolutionären fasziniert: „Ihr Idealismus ist beeindruckend. Sie wussten, dass sie sich mit ihren Aktion in Gefahr begeben und haben das trotzdem für etwas Größeres durchgezogen.“

Neben Kurt Eisner plant der Künstler, auch dessen Mitstreiter auf die Hausfront zu sprayen.

Schwarz-Weiß-Fotografien seiner Idole hängen in dem Giesinger Atelier an der Wand. Auf einem Tisch liegen zwei Bücher, geschrieben von Emil Müller, seinem Großvater – dessen Augenzeugenbericht aus den beiden Weltkriegen. Monatelange Vorarbeit musste Won ABC leisten, bevor er beginnen konnte, zu sprühen. Es ist sein bislang aufwendigstes Projekt, auch, was die Realisierung betrifft – den Gehweg muss er nämlich absperren, mit einer Hebebühne kommt er an die höheren Geschosse.

Bereits im vergangenen Oktober wollte er sein Werk vollendet haben, doch dann hat ihn ein privater Schicksalsschlag ereilt: Seine Schwiegermutter lag im Sterben und Won ABC brach seine Arbeiten ab.

Fertig ist bislang die rechte Seite der Fassade, sie hat er Robin Page, seinem Freund und Lehrer an der Kunstakademie gewidmet, der sich Blue Beard, also Blauer Bart, nannte.

Hanni Kinadeter

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