Künstler und Löwenfans protestieren

Deshalb sorgt der Grünspitz gerade für Aufruhr

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Won ABC (von links), Ernst Sommer, Hans-Peter und Alexander Förster kämpfen um ihre Kunst am Grünspitz.

Obergiesing – Ein Platz für Kunst und ein Treffpunkt für Löwenfans: Ein Gremium will jetzt die Bespielung des Grünspitzes anders regeln – und stößt dabei auf Kritik

Ernst Sommer steht inmitten seines Kunstwerks „Mein Freund – Der Baum“ am Giesinger Grünspitz und zieht an einer Goldfolie, die im Wind raschelt. Die anderen Künstler der Gruppe, Won ABC, Hans-Peter Berndl und Alexander Förster halten die Folie, in die sie das Kunstwerk einhüllen. 

Damit will die Künstlergruppe Aufmerksamkeit erregen, denn: „Teile meiner Skulptur wurden einfach abgerissen“, ärgert sich Sommer. Außerdem hat der Künstler ein Schreiben des „Gremiums“ erhalten, das fordert: „Bis zum 25. März soll ich das Kunstwerk abgebaut haben, andernfalls wird es zwangsgeräumt.“ 

Darüber kann er nur den Kopfschütteln. „Was ist das denn für eine Art“, wettert er. Seit 2016 stehen die verzierten und gestalteten Baumstämme dem Künstler zufolge dort.

Auch die Grünspitz-Löwen fürchten, dass sie vertrieben werden.

Doch nun wurde die Zwischennutzung des Grünspitzs durch Greencity verlängert. Das städtisch geförderte Projekt hat gemeinsam mit Stadtteilladen, dem Kiosk und Löwenfans das „Gremium“ gegründet, das den Grünspitz künftig bespielt.

Aber auch die Grünspitz-Löwen bangen um ihren Platz, wo sie zusammensitzen und Erfolge des TSV 1860 feiern oder Niederlagen begießen. „Jetzt werden wir bestimmt auch vertrieben“, fürchtet einer der Löwenfans.

Thorsten Müller vom Stadtteilladen Giesing indes winkt ab. „Nein, die Fans können dort weiterhin bleiben“, sagt er. „Wir fordern zwar ein, dass sie sich an die Spielregeln halten, aber sie werden definitiv nicht vertrieben.“ 

Was das Kunstwerk betrifft, sagt Müller aber mit Nachdruck: „Es sollen auch andere Künstler mal dran kommen – das geht nicht gegen den Künstler oder seine Kunst, aber wir haben viele unterschiedliche und hochwertige Bewerbungen anderer Künstler.“ Den Platz dauerhaft nur an einen Künstler oder eine Gruppe zu vergeben, lehnt das Gremium demnach ab.

Hanni Kinadeter

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