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Neue Ausstellung in der Stadtbibliothek zeigt: so feierten die Giesinger einst Fasching

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Von: Katrin Hildebrand

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1954 schickte eine Giesinger Drogerie Musikanten ins Rennen. Später spielten Kapellen vor der Kulisse des grünen Hauses mit der Heilig-Kreuz-Apotheke und in den 80ern rollten Luftballon-Autos durch die Tegernseer Landstraße.
1954 schickte eine Giesinger Drogerie Musikanten ins Rennen. Später spielten Kapellen vor der Kulisse des grünen Hauses mit der Heilig-Kreuz-Apotheke und in den 80ern rollten Luftballon-Autos durch die Tegernseer Landstraße. © Freunde Giesings e.V.

Eine neue Ausstellung in der Giesinger Stadtbibliothek zeigt, wie das närrische Volk einst für 40 Jahre mit einem großen Faschingsumzug durch das Viertel zog.

Obergiesing - Die meisten Münchner wissen von den deutschen Karnevalshochburgen im Rheinland. Wenige von ihnen allerdings haben schon mal vom Giesinger Fasching gehört. Dabei wurde am Isarhochufer über 40 Jahre lang jede Saison fleißig gefeiert. Eine neue Ausstellung in der Giesinger Stadtbibliothek, Deisenhofener Straße 20, zeigt, wie es damals zuging.

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Giesinger Fasching: Ausstellung in der Stadtbibliothek zeigt wie das Viertel bis 1995 feierte

„Eine der Besonderheiten am Giesinger Faschingsumzug war dass er bis zu seinem Ende 1995 fast durchgehend stattfand. Ganz im Unterschied zu jenem in der Münchner Innenstadt, der auch mal ausfiel“, sagt Ilona Schanz. Sie ist Historikerin und mit ihrem Mann Florian treibende Kraft hinter der Ausstellung.

Die Premiere für Giesings stets als besonders originell bekanntes Faschingstreiben fand 1952 am Faschingsdienstag statt. Die Ringermannschaft des SC München von 1906 gestaltete die ersten Wagen. Laut Schanz waren es zwei: Einer bestand aus einem Sulky plus echtem Pferd, gelenkt von einer Art Clown. Der andere war ein Laster. Auf der Ladefläche stellten Giesinger einen Banküberfall nach. „1954 ging es noch wilder zu“, sagt Schanz. „Die Ringer kämpften als Frauen verkleidet vor Zuschauern um den goldenen Büstenhalter.“

Über die Jahre tauchten regelmäßig tolle Originale auf: ein Mann im Spielkartenkostüm, Einradfahrer und der Cowboy-Club.

Über 40 Jahre lang feierten die Giesinger den Fasching mit einem großen Umzug durchs Viertel.
Über 40 Jahre lang feierten die Giesinger den Fasching mit einem großen Umzug durchs Viertel. © Freunde Giesings e.V.

Giesinger Fasching: Route durchs Viertel über 40 Jahre lang gleich

Bejubelt von Faschingsfreunden, bestaunt von Kindern und Passanten folgten die Narren mit ihrem Gaudiwurm einer festen Route: Am Walchenseeplatz versammelten sich die Wagen. Dann rollten sie nach Westen in die Tegernseer Landstraße. Am Ostfriedhof bogen alle nach rechts ab, folgten der Friedhofsmauer ein Stück, um dann wieder zum Tegernseer Platz zu gelangen. Laut Forscherin Schanz fand dort „ein großes Spektakel mit Spielen statt“. Sie weiß auch, warum das Spektakel 1995 zum letzten Mal über die Bühne ging. „Es waren die Kosten und die strengen Auflagen für den Umzug.“

Die Schau zur Faschings-Gaudi entstand vor ein paar Jahren eher zufällig. Schanz, ihr Mann und einige andere erfuhren durch Recherchen zu einem Projekt über die Tegernseer Landstraße vom Faschingsumzug. Viele Erinnerungen zum Treiben konnte damals das Giesinger Urgestein Johann Sigl beisteuern, einer der närrischen Ringer der ersten Stunde. Leider hat er die Ausstellung nicht mehr erlebt. Er starb im Januar 2021 mit über 90.

Giesinger Stadtbibliothek: Ausstellung zum historischen Faschingsumzug

Kurz nach seinem Tod wollten Schanz und ihre Mitstreiter die Faschingsausstellung eröffnen. Doch die Pandemie durchkreuzte die Pläne. Im vergangenen Jahr lief die Schau nur im Internet unter www.fasching-in-giasing.de. Heuer ist alles anders. Die Schau zum Giesinger Fasching sind noch bis Samstag, 26. Februar, in der Bibliothek zu sehen. Geöffnet ist täglich 10 bis 19 Uhr, am Samstag 10 bis 15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Quelle: www.hallo-muenchen.de

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